Wirtschaftlichkeit fraglich

GOSSAU. Der Gossauer Stadtrat will im Feuerwehrdepot keine Holzschnitzelheizung einplanen. Auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Fredi Mosberger, Initiant für eine solche Heizanlage, will diesen Entscheid nicht hinnehmen.

Rita Bolt
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Ein Teil des Holzes wird zu Brennholz verarbeitet. Auch bleibt Holz ungenutzt im Wald liegen. (Bild: ky/Fabrice Coffrini)

Ein Teil des Holzes wird zu Brennholz verarbeitet. Auch bleibt Holz ungenutzt im Wald liegen. (Bild: ky/Fabrice Coffrini)

Fredi Mosberger kritisiert, dass es dem Stadtrat und den Stadtwerken schlicht und einfach am Willen fehle, eine Holzschnitzelanlage zu planen. Er hat im September 2009 mit 26 Mitunterzeichnenden in einer Interpellation angeregt, zu prüfen, ob im Raum Langfeld – wo das Feuerwehrdepot zu stehen kommt – ein Wärmeverbund mit Holzschnitzelanlage machbar wäre. Der Stadtrat hat dem St. Galler Ingenieurbüro Hälg & Co. AG den Auftrag erteilt, die Machbarkeit abzuklären.

Fazit: Das Vorhaben wäre technisch machbar. Die Studie habe aber gezeigt, dass die Anlage keine ausreichende Wirkung hätte, schreibt der Stadtrat. Zudem würde der Bau des Depots um bis zu zwei Jahre verzögert. Denn es müsste beim Parlament ein Investitionskredit für eine Schnitzelheizung eingeholt werden. Zudem müsste das Projekt überarbeitet werden.

«Denn eine Holzschnitzelanlage mit einem Holzschnitzelbunker würde mehr Platz benötigen als eine Erdgasheizung», sagt die zuständige Stadträtin Gaby Krapf.

Entscheid erstaune nicht

Für den CVP-Parlamentarier Mosberger sind dies keine ausreichenden Argumente. «Eine Studie kann auf verschiedene Arten gelesen und interpretiert werden, je nachdem, welches Ergebnis gesehen werden will», sagt er. Der abschlägige Entscheid erstaune ihn also nicht.

Fredi Mosberger macht einen erstaunlichen Vorschlag: Beim Feuerwehrdepot eine provisorische Erdgasheizung einbauen, um den Bau des Depots nicht zu verzögern und gleichzeitig das Projekt Holzschnitzelanlage weiterverfolgen. «Wenn alle notwendigen Abklärungen und Entscheide gefällt sind, könnte die Erdgasheizung gegen eine Holzschnitzelanlage getauscht werden.» Für Gaby Krapf eine Variante, die nicht in Betracht gezogen werden kann – aus wirtschaftlichen Gründen und auch aus Kostengründen.

Kleine und grosse Anlage

Der Stadtrat hat die Machbarkeit von zwei Anlagen für einen Wärmeverbund prüfen lassen. Eine kleinere Anlage mit Einbezug von zehn bestehenden Gebäuden in unmittelbarer Nachbarschaft zu Feuerwehrdepot und Werkhof und eine grosse Anlage für 70 Gebäude. «Für die kleine Anlage wurden ein Investitionsbedarf von etwa zwei Millionen Franken und jährliche Betriebskosten von etwa 200 000 Franken ermittelt», schreibt der Stadtrat weiter.

Auf etwa sieben Millionen Franken Investition und Jahreskosten von etwa 650 000 Franken werde die grosse Anlage geschätzt. Diese wäre in der Lage, nicht nur das Gebiet um das Feuerwehrdepot, sondern auch die Wohnhäuser an der Tulpenstrasse, der Fürstenlandstrasse und der Rosenaustrasse mit Wärme zu versorgen. «Bei beiden Varianten hätte die Heizzentrale eine ungenügende Wirtschaftlichkeit», so der Stadtrat.

Nicht um jeden Preis

Mosberger ist enttäuscht. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, warum der Stadtrat nur grosse Anlagen untersucht hat. «Es war nicht die Idee, eine Anlage mit 70 Gebäuden prüfen zu lassen», sagt Mosberger. Vielmehr habe er angeregt, die öffentlichen Gebäude und allenfalls Industrie- und Gewerbebetriebe im Langfeld zu einem Wärmeverbund zusammenzuführen.

«Alle unsere Abklärungen haben ergeben, dass ein Wärmeverbund mit Holzschnitzelanlage – ob klein oder gross – nicht wirtschaftlich ist», betont Gaby Krapf erneut. Die Holzschnitzelwärme würde 15 bis 30 Prozent mehr kosten als Wärme aus einer Erdgasheizung, die in diesem Gebiet zur Wärmeproduktion vorwiegend genutzt wird. «Die Stadtwerke wollen verschiedene Ressourcen nutzen. Aber nicht um jeden Preis», sagt die Stadträtin.

Mit diesem Entscheid würde der Stadtrat ein ökologisch sinnvolles Projekt beerdigen, sagt Fredi Mosberger, der vom Stadtrat persönlich über den Entscheid informiert wurde. Er wird nicht klein beigeben (siehe Kasten).

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