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Wirte drängen in die Politik

An der Hauptversammlung der Gastro Stadt St. Gallen ist es überraschend politisch zu- und hergegangen. Der Branche war jüngst wenig politisches Glück beschieden. Es sei an der Zeit, selber aktiv zu werden, wünscht der Präsident.
Elisabeth Reisp
Die Gastrobranche spürt den politischen Druck, dem möchte sie entgegenwirken. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Gastrobranche spürt den politischen Druck, dem möchte sie entgegenwirken. (Bild: Mareycke Frehner)

Nicht zuletzt der Entscheid des Kantonsrats zum verschärften Gastwirtschaftsgesetz hat die Vereinigung Gastro Stadt St. Gallen dazu bewogen, künftig selber in der Politik aktiv zu werden. So hat es Gastro-Präsident René Rechsteiner zumindest an der Hauptversammlung der Gastro Stadt St. Gallen vom Montagabend angekündigt.

Viel Prominenz zu Gast

Die Ankündigung ist umso erstaunlicher, da die Ehrengästeliste der Hauptversammlung beachtlich lang und hochkarätig bestückt war. Anwesend waren unter anderem Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Stadtrat Nino Cozzio, Kantonsratspräsident Markus Straub genauso wie Stadtparlamentspräsident Heini Seger. Auch fehlten die Geschäftsführer und Präsidenten von Gewerbevereinen nicht. Eigentlich müsste die Lobby stark genug sein. Dennoch winkte der Kantonsrat im Februar das verschärfte Gastwirtschaftsgesetz, das den Wirten ein Dorn in den Augen ist, durch. Den Stichentscheid hatte der Kantonsratspräsident Markus Straub gefällt, der an der Hauptversammlung der St. Galler Wirte die Gelegenheit nutzte, sich zu erklären. Die Vermeidung zusätzlicher Reglementierung hatte für ihn mehr Bedeutung als eine schwächere Wirteprüfung, sagte Straub.

Für René Rechsteiner ist es nun an der Zeit, dass auch die Gastrobranche in der St. Galler Politik vertreten ist. «Wir wollen bei den nächsten Stadtparlamentswahlen einen Wirt ins Rennen schicken.»

Immer weniger Mitglieder

Die 128. Hauptversammlung der Gastro-Vereinigung im Pfalzkeller war gut besucht. Dennoch habe der Verein auch im vergangenen Jahr einen Mitgliederschwund verzeichnet, sagte Rechsteiner. Aktuell sind es noch 227 aktive Mitglieder.

Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Urs Majer, der ehemalige Direktor des Hotels Walhalla. Er übernimmt das Restaurant Hecht in Rheineck und tritt daher aus dem städtischen Gastro-Verein aus. Auch treten Jürgen und Ingrid Wetzold, die Betreiber der Olma-Beiz im Waaghaus, zurück.

Ali Koltan neu im Vorstand

Als Ersatz für den abtretenden Urs Majer ist vom Plenum Ali Koltan für die nächsten drei Jahre in den Vorstand gewählt worden. Koltan betreibt das Restaurant Blume im Neudorf.

Einstimmig abgesegnet haben die Anwesenden die Rechnung sowie den Bericht des Präsidenten. Der Geschäftsprüfungskommission wurde Decharge erteilt.

Wenig Hilfe aus der Politik

Ungewöhnlich politisch blieb Rechsteiner auch im Jahresrückblick. Er verzichtete auf ein Klagelied über den starken Franken, hielt aber den Finger in die Wunden, welche die Politik der Branche in den letzten Jahren geschlagen hatte. Rechsteiner erwähnt etwa die zu erwartenden Auswirkungen der Masseneinwanderungs-Initiative. Auch drückten die acht Prozent Mehrwertsteuer für Gastbetriebe, welcher man mit der Mehrwertsteuer-Initiative an den Kragen wollte, schwer. Das nun verschärfte Gastwirtschaftsgesetz sei nur die jüngste Niederlage in einer Reihe von politischen Rückschlägen für das Gastgewerbe.

So sei unter anderem die Patentgebühr für einen einmaligen Anlass etwa während der Olma um satte 71 Prozent aufgeschlagen. Rechsteiner plädierte daher für mehr politisches Engagement. «Wir haben es in der Hand. Gehen wir an die Urne und wählen Branchen- und Gastrovertreter in die verschiedenen Gremien.»

Nachfolger werden rar

Sorgenvoll blickte René Rechsteiner in seinem Präsidentenbericht auch auf die Nachfolgeregelung im Gastgewerbe. «Heute werden viele Betriebe von Eigentümerfamilien geführt, die von morgens früh bis abends spät arbeiten, um über die Runden zu kommen.» Das sei alles andere als wirtschaftlich. Und oft lasse sich daher auch nur schwer eine Nachfolge finden.

René Rechsteiner Präsident Gastro Stadt St. Gallen (Bild: pd)

René Rechsteiner Präsident Gastro Stadt St. Gallen (Bild: pd)

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