Wirkung bis nach Bern

National ist die BDP eine Kleinpartei. Im Kanton St. Gallen (noch) ein Niemand. Sie hält kein einziges Mandat, hat keine Ortsparteien und kommt auch mit den Strukturen auf Kreisebene nicht so recht voran. Das hat auch damit zu tun, dass es sich bei der St.

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National ist die BDP eine Kleinpartei. Im Kanton St. Gallen (noch) ein Niemand. Sie hält kein einziges Mandat, hat keine Ortsparteien und kommt auch mit den Strukturen auf Kreisebene nicht so recht voran. Das hat auch damit zu tun, dass es sich bei der St. Galler BDP weniger um eine Abspaltung von der SVP als um eine eigentliche Neugründung handelt. Entsprechend ungewiss ist das Stimmenpotenzial der jungen Partei.

Die FDP muss das insofern nicht kümmern, als ihr jede zusätzliche Stimme für den angestrebten Sitzgewinn willkommen ist. Aus ihrer Sicht ist die Listenverbindung ein rein wahltaktisches Manöver; gefährlich werden kann ihr der Juniorpartner auf Zeit mit Sicherheit nicht.

Eher überraschend ist der Schulterschluss dann, wenn sich der Blick auf die nationale Ebene richtet.

In Bern hat die CVP-Fraktion den BDP-Nationalräten eindeutige Avancen gemacht – und sie mit dem Schicksal von Evelyn Widmer-Schlumpf verknüpft. Die CVP, für die ein eigener zweiter Sitz ausser Reichweite liegt, könnte bei entsprechender Gegenleistung mit der BDP-Bundesrätin einigermassen gut leben. Wenn sich aber nach Solothurn und St.

Gallen noch weitere BDP-Sektionen mit der FDP zusammentun, dürfte das die Motivation der CVP, der Bündnerin die Stange zu halten, nicht beflügeln. Die FDP aber wird kaum an ihre Stelle treten.

Silvan Lüchinger

s.luechinger@tagblatt.ch