«Wir würden nie in die Berge fahren»

Sportwoche. Traditionell die Woche im Jahr, während der die Bewohner der Seeregion in die Berge fahren. Doch eine Umfrage im Zentrum von Rorschach zeigt: Verreist sind nur die wenigsten der Befragten. Sei es dem Wetter zuliebe oder weil ihnen Berge nicht gefallen.

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Gabriella Gianotti Bärfuss, 50, Primarlehrerin, Altenrhein

Wir sind in der Sportwoche nach Savognin gereist. Das scheint in St. Gallen ein beliebtes Urlaubsziel zu sein. Wir haben dort sehr viele Autos mit St. Galler Kennzeichen gesehen. Die Ferien waren kurz, aber sehr erholsam und schön. Doch jetzt kehrt wieder der Alltag ein: Die Schule beginnt erneut und wir müssen zuerst unseren Kühlschrank füllen. Wir haben die Skiferien bewusst wieder einmal in der Schweiz verbracht. Wir verdienen hier unser Geld und wollen es der Wirtschaft zuliebe auch hier ausgeben. Uns war es sogar egal, dass der Euro im Moment recht günstig ist.

Monica Schlegel, 60,

Rentnerin, Rorschach

Wir sind hier geblieben, dem Wetter zuliebe. Wir haben einige Ausflüge unternommen, sind vor allem aber dem See entlang spaziert. Über die Fasnacht werden wir allerdings in die Berge reisen und im April geht es bereits gen Süden. Wir können den grossen Ferien ausweichen und sie uns einteilen.

Romano Zellweger, 57,

Postauto-Chauffeur,

Rorschacherberg

In meinem Beruf merkt man immer stark, wann Ferien sind und wann nicht. Vor allem daran, dass die Busse wesentlich leerer sind als während der Arbeitszeit. Dies ist aber nicht nur auf den Schüler- und Pendlerkursen spürbar. Ausserdem fahren die Entlastungskurse während den Ferien nicht.

Désirée und Alina,

Oberstufenschülerinnen,

Rorschach

In die Berge fahren? Das würden wir nie tun. Sie gefallen uns nicht. Niemand, den wir kennen, ist in die Skiferien gegangen. Wir verbrachten die Ferien zu Hause mit rumhängen. Wir haben viel geschlafen, viel gegessen und haben die Zeit so intensiv genossen, wie wir nur konnten.

Nathalie und Samantha, Oberstufenschülerinnen, Horn

Wir hatten bis jetzt noch gar keine Ferien, aber wir waren im Klassenlager in Flims. Der Hit dort waren aber nicht die Skipisten, sondern die Disco. In der «Kuhstallbar» hatten wir in der ganzen Woche am meisten Spass. Unsere Ferien beginnen erst jetzt. Wir haben eine Woche frei. Doch wir werden hier bleiben.

Ursula, 40, und Rahel Schär, 13, Hausfrau und

Untergymnasiastin, Rheineck

Wir sind keine angefressenen Skifahrer oder Wintersportler, daher sind wir auch nicht in die Berge gefahren. Doch wir haben die freie Zeit meiner Tochter in der Gegend genossen. Wir haben hier in der Gegend Spaziergänge unternommen. Meine Tochter hat sich ihre Ferien – ich hatte gar keine – anderweitig vertrieben. Das einzige Negative an den Ferien ist, dass sie immer so kurz sind. Kaum hat man sich daran gewöhnt, ausschlafen zu können und in den Tag hineinzuleben, sind sie auch schon wieder vorbei.

Bilder und Text: Rahel Landolt

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