«Wir wollen überraschen»

Das Programm des Strassenfestivals «Aufgetischt!» ist komplett: 70 Künstlerinnen und Künstler aus 13 Ländern machen St. Gallen am Pfingstwochenende zur Gauklerstadt. Dieses Jahr spielen sie auch am Bohl und in der Webergasse.

Jeanette Herzog
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Theater auf dem Gallusplatz: Circle of Two zog das St. Galler Publikum am Strassenfestival im vergangenen Jahr in ihren Bann. (Archivbild: Urs Bucher)

Theater auf dem Gallusplatz: Circle of Two zog das St. Galler Publikum am Strassenfestival im vergangenen Jahr in ihren Bann. (Archivbild: Urs Bucher)

Clowns und Komiker, Akrobaten und Zauberer, Musiker und Schauspieler – das Programm des zweiten Strassenfestivals «Aufgetischt!» ist bunt. «Wir wollen überraschen», sagt Christoph Sprecher, Präsident des Vereins «Aufgetischt!». Deswegen hat er keine Künstler ins Programm aufgenommen, die schon vergangenes Jahr aufgetreten sind. Damals fand das Festival erstmals im Rahmen des Gallusjubiläums statt. Dieses Jahr muss es sich als eigenständiger Anlass behaupten.

Grössere Gruppen verpflichtet

Besonders erfreut ist Sprecher darüber, dass es gelungen ist, einige grössere Gruppen aus dem Ausland zu verpflichten. Das sei nicht selbstverständlich, denn das Budget für das Festival sei beschränkt. Dank Sponsoren- und Fördergeldern, Gastronomieeinnahmen und dem Verkauf von Programmheft und Inseraten kann der Verein 200 000 Franken für den Anlass aufbringen. Teure Künstler liegen da nicht drin. «Wir können pro Gruppe maximal 600 Franken als Beitrag an die Transportkosten zahlen.» Zudem bieten die Veranstalter den Künstlern Kost und Logis «in vier preiswerten Altstadthotels» an. Die Gage müssen sie auf der Strasse selber einspielen. Sie profitieren einzig vom Hutgeld der Passanten. Eintritt kostet das Festival nicht.

Marionette an 40 Fäden

Die Reise in die Ostschweiz antreten werden Guappecartò. Die fünf italienischen Musiker präsentieren eine Mischung aus Klassik, Filmmusik, Jazz und World Music. Auch The Carny Villains, eine sechsköpfige Zirkus-Showband aus England scheut den Weg nach St. Gallen nicht. Es sind aber nicht nur die grossen, sondern auch kleine Gruppen und einzelne Artisten, die am 17. und 18. Mai St. Gallen in eine Gauklerstadt verwandeln. Einer von ihnen ist der dänische Marionettenkünstler Alex Barti. Er lässt seine Puppe, geführt an 40 Fäden, Piano und Gitarre spielen. Ein Experiment wagt Sprecher mit dem norwegischen Schlagzeuger Baard Kolstad. «Wir lassen uns überraschen, ob er die Leute alleine mit seinen Drums eine halbe Stunde zu fesseln vermag.» Stiller geht es beim Duo ComicCasa zu und her. Karin Alder aus Rorschach und Gili Keren aus Israel präsentieren eine Art clowneske Akrobatik. Und El Diabolero aus Österreich verspricht 35 Meter hohe Würfe in seiner Diabolo-Comedy-Show.

Mehr Platz für die Künstler

Wie bereits im vergangenen Jahr werden die Künstlerinnen und Künstler in der südlichen Altstadt musizieren, tanzen, schauspielern und zaubern. Zusätzliche Auftrittsorte sind in diesem Jahr am Bohl und in der Webergasse geplant. Auf der Gallusstrasse lädt wiederum die «Tavolata» mit einem langen Tisch zum Verweilen ein. «Wir rechnen mit 10 000 bis 20 000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag», sagt Christoph Sprecher.

Er hofft, dass sich nach dem Anlass weitere Sponsoren finden lassen, damit sich das Strassenfestival zum jährlichen Fixpunkt im städtischen Veranstaltungskalender mausern kann. Zunächst aber wünscht er sich vor allem eines: schönes Wetter an Pfingsten.

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