«Wir wollen einen Stadtkanton»

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Reaktionen In den sozialen Medien gingen die Wogen gestern hoch, als bekannt wurde, dass der Kanton der Projekt-Werkstatt keinen Beitrag mehr zahlen will. Besonders Politikerinnen und Politiker links der Mitte hielten mit der Kritik am «sparwütigen» Kanton auf Facebook nicht zurück. «Seltsamer Kanton. Da ist etwas zielführend...», kommentierte zum Beispiel Stadtparlamentarierin Doris Königer (SP).

Ihr Partei- und Ratskollege Etrit Hasler, der auch im Kantonsrat sitzt, hielt sich da weniger zurück. Es sei immerhin konsequent vom zuständigen Regierungsrat Bruno Damann: Er weigere sich seit seinem Amtsantritt, mit der Arbeit anzufangen. Und nun wolle er andere auch noch daran hindern. Die SP-Stadtpartei doppelte auf der offiziellen Seite dann noch nach: «Unfassbar», so ihr Fazit. Auch abseits der aktiven Politikerprofile war die Empörung über das Aus der Projekt-Werkstatt gross. «Goht’s no», «Was soll der Mist?» und «Das ist eine Schande», war zu lesen. Auch Direktbetroffene, die früher einmal im Betrieb arbeiteten, meldeten sich und bedauerten den Entscheid der Regierung. Das überwältigende Fazit: Es wird am falschen Ort gespart.

Die Wut auf den Kanton gipfelte schliesslich in der Lancierung einer Facebook-Seite mit dem Titel «Kanton Stadt St. Gallen». Die Forderung? Ein Stadtkanton nach Basler Vorbild. Der Anklang? Mit 22 «Gefällt Mir» (Stand gestern Abend) bisher eher mässig. Immerhin gehören Stadtparlamentarier und Kantonsrat Michael Hugentobler (CVP) und bereits erwähnte Doris Königer zur Gefolgschaft. Wer weiss, vielleicht tagt ja der «Kantonsrat St. Gallen Stadt» bald im Waaghaus. (ghi)