«Wir wagten etwas, und es ging in die Hose»

GOLDACH. Die vergangene Wuga gab an der Hauptversammlung des Gewerbevereins Goldach viel zu reden. Andreas Grüter, zuständig für die Wuga, stand mit seinem Rückblick etwas in Erklärungsnot.

Fritz Heinze
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Thomas Würth bei seinem Kurzreferat zum Thema «Zentrumsentwicklung Goldach – ein Gesamtkonzept!» (Bild: Fritz Heinze)

Thomas Würth bei seinem Kurzreferat zum Thema «Zentrumsentwicklung Goldach – ein Gesamtkonzept!» (Bild: Fritz Heinze)

GOLDACH. Die vergangene Wuga gab an der Hauptversammlung des Gewerbevereins Goldach viel zu reden. Andreas Grüter, zuständig für die Wuga, stand mit seinem Rückblick etwas in Erklärungsnot. Einerseits zeigte er sich zufrieden mit dem Verlauf der Ausstellung, doch anderseits musste er feststellen, dass das Minus in der Kasse der Wuga im vergangenen Jahr 27 000 Franken beträgt.

Eine Situation, die auch Präsident Guido Boltshauser recht schwer auf dem Magen lag. «Wir wagten etwas, und es ging in die Hose», sagte er dazu und legte einen Antrag vor, der vorsah, der Wuga ein zinsloses Darlehen für die Tilgung ihrer Schulden zu gewähren, zurückzuzahlen bis 2027.

Zahlreichen Mitgliedern war der Aufwand dafür zu gross. In mehreren Voten wurde beantragt, dass die Gesamtschuld ersatzlos erlassen werden soll. Dieser Antrag fand grosse Zustimmung, lediglich zwei Mitglieder sprachen sich dagegen aus. Zum Ergebnis der Abstimmung sagte Boltshauser, dass man aus vergangenen Fehlern lernen müsse. Er sei sich auch im klaren darüber, dass die ganze Wuga-Rechnung sehr solide überprüft werden müsse. Aber: «Die Wuga entspricht einem Bedürfnis der Goldacher und der Gewerbeverband organisiert die Messe», sagte der Präsident.

Kontroverses Thema

Die Zentrumsentwicklung ist ein Thema, das sehr kontrovers diskutiert wird. Für Gemeindepräsident Thomas Würth bot sich am Donnerstagabend die Gelegenheit, Stellung zu nehmen zum aktuellen Wissensstand bezüglich des Autobahnzubringers und der Zentrumsplanung. Die Aufmerksamkeit aller Anwesenden war ihm gewiss. Würth sagte dazu: «Es geht – insbesondere für das Gewerbe – nicht um eine grossräumige Umfahrung, sondern um die Entwicklung des Zentrums inklusive Mühlegut. Den Autobahnanschluss brauchen wir jetzt. Wenn wir heute nicht ja sagen dazu, haben wir ihn in 20 Jahren noch nicht.»

Finanziell in geordneten Bahnen

Im Zentrum der Hauptversammlung standen neben dem Rückblick auf die Wuga 2015 die Berichte über den Frühlingsmarkt 2015 und der Ausblick auf 2016. Aus der Sicht von Kassier Guido Eilinger verlief das vergangene Jahr finanziell in geordneten Bahnen. Mit dem Überschuss von gut 7000 Franken zeigt er sich zufrieden. 5000 Franken werden in den Fonds für die 100-Jahr-Jubiläumsfeier des Gewerbevereins im Jahr 2018 gelegt. Herausstreichen konnte er die Aktion Gutscheine «Gewerbe am See», die auf grosse Akzeptanz stiess und auch in Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden gut funktionierte.

Unsicherer Ausblick

Felix Schwager warf einen Blick zurück auf den 29. Goldacher Frühlingsmarkt. Es war ein positiver Bericht. Anders tönte es, als er den Ausblick auf den Jubiläumsmarkt vom kommenden Mai präsentierte. Er stellte fest, dass sich die «Gwerbler», was die Beteiligung am Unterhaltungsabend anbelange, bisher sehr zurückhalten. Der 30. Frühlingsmarkt, also ein Jubiläum, findet am Samstag, 21. Mai, statt.

Die 98. Hauptversammlung des Gewerbevereins Goldach fand in diesem Jahr in der Aula der Musikschule statt. Die Traktanden wiesen auf keine unerwarteten Ereignisse hin, trotzdem war der Anlass mit 72 Personen, 46 von ihnen stimmberechtigt, gut besucht. Für Präsident Guido Boltshauser ein Zeichen dafür, dass auch der gesellschaftliche Aspekt des Abends zur Geltung kam.