«Wir tragen zur Entwicklung bei»

RORSCHACH. Bezogen wurden die Würth-Gebäude bereits über Ostern. Am Wochenende erfolgte nun die offizielle Einweihung. Dabei versprach Firmenpatron Reinhold Würth, dass sich das Unternehmen aktiv in die Entwicklung der Region einbringen wird.

Rudolf Hirtl
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Carmen, nach ihr ist der Kongresssaal benannt, und Firmenpatron Reinhold Würth an der Eröffnung des Würth-Hauses in Rorschach. (Bilder: Benjamin Manser)

Carmen, nach ihr ist der Kongresssaal benannt, und Firmenpatron Reinhold Würth an der Eröffnung des Würth-Hauses in Rorschach. (Bilder: Benjamin Manser)

Vielen ist der Würth-Komplex schlicht zu gross, anderen nimmt er so nahe am Seeufer die Privatsphäre beim Sonnenbad. Fakt ist aber : Bei der Abstimmung vom 8. Februar 2009 sprachen sich 88 Prozent der Rorschacher Stimmbürger für den Landverkauf der Stadt an Würth aus. Mit dem Ergebnis, dass nun, vier Jahre später, das Forum Würth sowie das Verwaltungs- und Ausbildungszentrum Tatsache sind. Im für 500 Personen gebauten Kongresssaal sprach Firmenpatron Reinhold Würth denn am Freitagabend nicht nur allen seinen Dank aus, die mit dem Bau des Würth-Hauses zu tun hatten, seine Dankbarkeit galt auch der Bevölkerung, die das Projekt mit ihrem überzeugenden Votum erst möglich gemacht habe.

Zur Entwicklung beitragen

«Ich beobachte, was hier in der Region Rorschach passiert. Und mir sind auch die negativen Stimmen im Zusammenhang mit unserer Ansiedlung nicht entgangen», sagte Würth und versprach: «Wir werden hier keine Arroganz an den Tag legen, sondern aktiv zur guten Entwicklung der Region beitragen. Rorschach wird seine Entscheidung nicht bereuen, wir werden sie nicht enttäuschen.» Der Carmen-Würth-Saal, Namensgeberin ist die Ehefrau des Vorsitzenden der Würth-Gruppe, werde mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zum Bestandteil der Infrastruktur der Stadt werden. Er werde als Veranstaltungsort für Konzerte, Tagungen und Kleinkunst auch den regionalen Vereinen zugänglich sein.

Christoph Becker, Vorsitzender des Kunstbeirates der Würth-Gruppe, hatte zuvor die Lacher auf seiner Seite, als er feststellte, es gebe in der Schweiz viele Firmen, die in einen Briefkasten passten, die Ansiedelung von Würth auch daher ein Glücksfall für die Region Rorschach sei. Mit Hinweis auf das Forum Würth, dessen Eröffnungsausstellung in Rorschach 100 Meisterwerke von Picasso bis Lichtenstein umfasst, sagte er: «Kunstsammlungen haben auch andere Firmen. Dass Kunst aber zum Corporate Identity eines Unternehmens gehört, ist nicht selbstverständlich.»

Ansiedlung auch Auszeichnung

Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller erinnerte an die Anfänge der Stadt, die auf eine alemannische Siedlung um 400 n. Chr. zurückgingen. Die Entwicklung zur trendigen und lebendigen Kleinstadt sei zu Beginn der 1970er-Jahre gestoppt worden. «Wir haben nicht aufgegeben und arbeiten seit zehn Jahren hart am Turnaround. Die Lage am See und die gute Erreichbarkeit auf der Strasse, der Schiene, über den See und den Airport Altenrhein sind Rorschachs Stärken. Wir haben voll auf diese Karte gesetzt. Die Botschaft ist vor allem bei Auswärtigen angekommen. Es wird wieder gebaut in Rorschach, so viel wie nie in den letzten Jahrzehnten.» In der Phase des Turnarounds habe der Entscheid von Würth, nach Rorschach zu kommen, zusätzlichen Schub gegeben. In der Bevölkerung sei die Erkenntnis zurückgekommen, «dass wir keine so schlechte Adresse sein können, wenn ein weltweit tätiges Unternehmen mit über 65 000 Mitarbeitenden sich für Rorschach entscheidet.»

ostschweiz 29

Stadtpräsident Thomas Müller: «Würth steht in Rorschach für Zuversicht und den wiedergefundenen Glauben an die eigene gute Zukunft.» (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Stadtpräsident Thomas Müller: «Würth steht in Rorschach für Zuversicht und den wiedergefundenen Glauben an die eigene gute Zukunft.» (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

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