«Wir sind keine Romas, sondern Schweizer»

REGION. Der Durchgangsplatz in Gossau wurde abgelehnt. Als Reaktion darauf wollen Schweizer Fahrende im Frühling in der Stadt St.Gallen demonstrieren. Mike Gerzner, Präsident Bewegung der Schweizer Reisenden, erklärt, was sie erreichen möchten.

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Mike Gerzner, Präsident der Bewegung der Schweizer Reisenden. (Bild: pd)

Mike Gerzner, Präsident der Bewegung der Schweizer Reisenden. (Bild: pd)

Der Durchgangsplatz in Gossau wurde abgelehnt. Als Reaktion darauf wollen Schweizer Fahrende im Frühling in der Stadt St.Gallen demonstrieren. Mike Gerzner, Präsident Bewegung der Schweizer Reisenden, erklärt, was sie erreichen möchten.

Herr Gerzner, Sie sind enttäuscht über den Entscheid des Gossauer Parlaments. Haben Sie noch mit einem Wunder gerechnet?

Nein, das habe ich nicht. Es war schon länger klar, dass der Durchgangsplatz nicht entstehen wird. Die Enttäuschung ist sehr gross. Gross ist auch die Diskriminierung der Jenischen.

Auf der Internetseite der Bewegung der Schweizer Reisenden kündigen Sie mit der Videobotschaft «2016 kommen wir zu euch. Geht nicht, gibt's nicht!!!» eine Demonstration in St.Gallen im Frühling an. Wieso kommen Sie nicht schon jetzt?

Viele überwintern in dieser Zeit und die Kinder gehen zur Schule. Deshalb werden wir zwischen April und Mai mit den Wohnwagen demonstrieren gehen. Enttäuschung und Platzmangel gibt es auch dann noch.

Wie viele werden kommen?

Um die 200 Wohnwagen. Wir haben von vielen Fahrenden Zuspruch erhalten und wissen, dass viele kommen werden. Vielleicht fahren auch noch 50 Wohnwagen nach Gossau.

Was wollen Sie damit bezwecken?

Wir wollen Plätze im Kanton St.Gallen, am liebsten in der ganzen Ostschweiz. Ebenso ist es eine Chance, die Menschen darüber aufzuklären, dass wir keine ausländischen Romas sind, sondern Jenische. Wir demonstrieren gegen die Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende. Diese kassiert seit Jahren Gelder, passieren tut aber nichts. Wir möchten aber sicher nicht den Verkehr lahmlegen, sondern fahren zu einzelnen Plätzen, um dort zu demonstrieren. Wir wollen die Bevölkerung nicht verärgern. Der Bund ist gegen uns, dann soll es das Volk nicht auch noch sein. (woo)