«Wir sind immer auf dem Boden geblieben»

Dank Erich Müller und René Bühler fand vor 25 Jahren das erste Hallenturnier des FC Fortuna statt.

Raya Badraun
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Erich Müller Gründer des Regiomasters (Bild: rba)

Erich Müller Gründer des Regiomasters (Bild: rba)

Herr Müller und Herr Bühler, 1990 gründeten sie das Regiomasters. Hätten Sie damit gerechnet, dass Sie dereinst das 25-Jahr-Jubiläum feiern können?

René Bühler: Nein. Wir feierten damals das 80-Jahr-Jubiläum des FC Fortuna SG und erhielten nur eine einmalige Bewilligung vom St. Galler Sportamt für die Benützung der Kreuzbleichehalle. Deshalb konnten wir nicht damit rechnen. Umso schöner war es, als wir im Jahr darauf erneut eine Bewilligung erhielten.

Auf die Idee eines Hallenturniers kamen Sie, weil es beim Grümpelturnier immer geregnet hat.

Erich Müller: Genau. Zudem wurde die Stimmung beim Grümpelturnier immer ernster. So gab es mehr Probleme und Streitereien. Zudem kamen in Österreich und Deutschland gerade die ersten Hallenturniere auf.

Wie hat sich das Regiomasters über die Jahre entwickelt?

Bühler: Wir haben klein angefangen mit regionalen Mannschaften. 1995 und 1996 nahmen dann auch internationale Teams teil, etwa Lokomotive Moskau, Austria Lustenau oder auch die Stuttgarter Kickers. Das hat jedoch nichts gebracht. Am Ende hatten wir nicht mehr Ertrag, sondern mehr Aufwand und Sorgen. Deshalb sind wir zurück zum regionalen Fussball.

Was waren das für Sorgen?

Bühler: Der Aufwand war riesig. Wir mussten zum Beispiel Lokomotive Moskau am Samstag um Mitternacht mit zwei Bussen nach Stuttgart fahren, wo sie ihr Trainingslager absolvierten. Zudem mussten wir jeweils die Hotelspesen bezahlen.

Auch dort fiel Lokomotive Moskau auf.

Bühler: Genau. Wir haben ursprünglich abgemacht, dass wir nur das Essen und die Übernachtungen bezahlen, nicht aber den Alkohol. Am Ende haben die Spieler dennoch die Minibar leergetrunken und uns blieb die Rechnung.

Was sind Ihre schönsten Erinnerungen an das Turnier?

Bühler: Etwas vom schönsten ist für mich, dass jedes Jahr der ganze Verein mithilft. Auch in diesem Jahr sind wieder über 100 Leute im Einsatz.

Und sportlich?

Müller: Die guten Spieler, die am Regiomasters teilnahmen und später grosse Trainer- oder Spielerkarrieren machten.

Fielen diese bereits beim Regiomasters auf?

Bühler: Ja, Jogi Löw zum Beispiel. Er war damals Captain beim FC Winterthur und wurde am Hallenturnier Torschützenkönig. Oder der frühere FC-St. Gallen-Spieler Mani Braschler mit seinem linken Fuss. Für mich bleibt jedoch August Makalakalane, ein Südafrikaner, der damals beim FC Baden spielte, der beste Spieler der ersten 24 Austragungen.

Viele Hallenturniere finden heute nicht mehr statt. Warum konnte sich das Regiomasters halten?

Müller: Aus finanziellen Gründen wahrscheinlich. Wir sind immer auf dem Boden geblieben und haben nur kleine Schritte gemacht. Es liegt wohl auch daran, dass wir schlussendlich regional geblieben sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Müller: Wir wollen nicht stehen bleiben und uns permanent weiterentwickeln. Vergrössern wollen wir das Turnier jedoch nicht. Das würde nicht zu unserem regionalen Charakter passen.

René Bühler Gründer des Regiomasters (Bild: rba)

René Bühler Gründer des Regiomasters (Bild: rba)