Wir sind alle Bewohner der Erde

Paul Gisi, Schriftsteller,
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Es gibt im Kosmos Millionen von Milchstrassen, Milliarden von Sternen. Und auf unserm Staubplanetchen Erde wuseln ein paar Handvoll Menschen, singen ihre Lieder, tragen ihre farbigen Kleider, imaginieren Vorstellungen von Leben und ihre Ideen, was nach dem Leben geschieht. Alles Denken ist in Fluss, in Bewegung. Der Mensch entwirft sich auf das Grössere hin.

Im Schatten der alles überstrahlenden Sonne gibt es Menschen, die Grenzen ziehen, die Mauern aufziehen (wollen). Wir leben im grenzenlosen Universum. Grenzen gegen den Mit-Planetenbewohner zu ziehen, ist zutiefst Anarchie, Hybris (frevelhafter Übermut), verstösst gegen das Menschsein.

Fremdsein könnte ich nur gegen «Ausserirdische» haben (obwohl ich auch diese willkommen hiesse). Mir sind alle Planetenbewohner mit friedlichen Absichten in meinem Haus willkommen, verschiedene Sprachen bilden da kein Hindernis. Zutiefst gibt es nur eine Sprache: die der Liebe. (Wer Grenzen zieht, ist mit sich selbst im Unfrieden.) Ich finde es wunderbar, dass wir – die Menschen – derart verschieden sind, verschieden in der Einheit des Planetenbewohners.

Paul Gisi, Schriftsteller,

Weiherstrasse 6,

9400 Rorschach