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Wir müssen unser Verhalten ändern

«Todesanzeigen nur noch als Inserate», Ausgabe vom 20. Januar
Guido Berlinger-Bolt Hebelstrasse 15, 9000 St. Gallen

Der Winter ist zum Heulen: oben gefährliche Massen von Schnee, unten Regen und Temperaturen um die zehn Grad. Offensichtlich ein Klimawandel-Winter. Wer etwas anderes behauptet («das hat es schon immer gegeben») ist ein Ignorant. Und wer nicht die Ursachen anerkennt, sollte sich schleunigst aufmachen, seine Wissenslücken zu schliessen.

Es ist unsere Lebensweise, der Energiehunger, der Anspruch auf Fernreisen, der Glaube ans Glück im Einfamilienhausquartier, der Mobilitätswahn. Dazu gehört bei vielen die Selbstverständlichkeit des Autopendelns, des Autobesitzes und des unhinterfragten Hin- und Herfahrens. Es ist klar: Wir müssen unsere Gewohnheiten verändern. Wir leben auf Kosten des Planeten und verbrauchen seine Zukunft. Unsere Kinder werden nicht nur eine Schweiz ohne Gletscher erleben, es werden noch viele und viel grössere Herausforderungen auf sie zukommen.

Das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung brachte unserer Stadt die Wende zu weniger Autoverkehr: Es wird in Zukunft sichere Velo- und Fusswege bringen und einen besseren ÖV. Ewiggestrige möchten das Verkehrsreglement am 4. März mit der Mobilitäts-Initiative kippen. Mein Nein zu dieser Initiative ist ein Nein aus Verantwortung gegenüber unseren Kindern. Ich möchte ihnen in die Augen blicken können und sagen: Ich stimme für einen kleinen, aber wichtigen Teil der Lösung. Ich stimme Nein zur Mobilitäts-Initiative.

Guido Berlinger-Bolt Hebelstrasse 15, 9000 St. Gallen

Auch an Angehörige denken

Ich bitte die Verantwortlichen der Stadt St. Gallen den Entscheid, Todesfälle nicht mehr als amtliche Mitteilungen zu publizieren, noch einmal zu überdenken. Wenn die Angehörigen sich für oder gegen eine Publikation entscheiden können, verstösst eine Publikation offenbar nicht gegen den Datenschutz. Doch es ist gegenüber den Trauerfamilien achtlos, Verstorbene mit dem Argument Datenschutz, öffentlich totzuschweigen. Nicht alle Hinterbliebenen können sich bezahlte Todesanzeigen in der Zeitung leisten oder sind in der Lage, Traueranzeigen zu versenden. Aber alle Verstorbenen haben dasselbe Recht auf ein schickliches Begräbnis. Dazu gehört, dass Freunde und Bekannte über einen Todesfall und den Bestattungstermin informiert sind, auch wenn sie nicht zum nächsten Familienkreis gehören. Dann dürfen die Hinterbliebenen Anteilnahme erfahren, am Begräbnis und auch dar-über hinaus. Und die Anonymisierung unserer Gesellschaft wird nicht zusätzlich gefördert.

Sabine Rüthemann Kommunikationsbeauftragte Bistum SG Klosterhof 6a, 9000 St. Gallen

Autos beanspruchen viel Verkehrsfläche

Der Autoverkehr in St. Gallen soll weiter wachsen, verlangen SVP und FDP mit ihrer Mobilitätsinitiative. Es müsse die freie Wahl der Verkehrsmittel gewährleistet sein. Dabei ist offensichtlich, dass die Verkehrsfläche in der Stadt begrenzt ist und dass die Wahlfreiheit allein schon durch diese Begrenzung eingeschränkt ist. Das ist keine Ideologie, sondern die schlichte Realität. Wer mit dem Auto unterwegs ist, beansprucht mit Abstand am meisten Verkehrsfläche für sich, 60 Mal mehr als eine Fussgängerin oder ein Fussgänger. Darum ist die Strategie der Verkehrspolitik absolut richtig. Das Verkehrswachstum soll durch den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr aufgefangen werden. So können viel mehr Menschen vom Verkehrswachstum profitieren und die Umwelt wird viel weniger stark belastet. Keine Frage: Die Mobilitätsinitiative muss abgelehnt werden.

Markus Mauchle, Lilienstrasse 9a, 9000 St. Gallen

Gemeinsam ginge es besser

Die Stadt St. Gallen publiziert seit Anfang Jahr keine amtlichen Mitteilungen zu Todesfällen mehr. Neue rechtliche Bestimmungen hätten zu diesem Entscheid geführt. Die juristische Diskussion darüber überlasse ich gerne anderen. Aber besorgt bin ich als Seelsorger, wie hier der Umgang mit unserem Leben und Sterben weiter privatisiert wird. Keiner von uns lebt doch sich selber und keiner stirbt sich selber (vergleiche Röm 14,7). Jeder Mensch ist Teil einer Gemeinschaft und lebt in vielfältigen Bezügen. Ist der Tod eines Menschen keine Mitteilung mehr wert? Auch dann nicht, wenn die Angehörigen (wie es bisher der Fall war) ausdrücklich einer amtlichen Publikation zustimmen? Gehörte die Möglichkeit einer solchen Mitteilung nicht zu einer «schicklichen Bestattung», die jedem Menschen von Rechts wegen zusteht? Wenn wir die Not und Trauer privatisieren, trägt die Kosten und Lasten jeder allein. Gemeinsam ging’s besser.

Beat Grögli, Dompfarrer

Klosterhof 6a, 9000 St. Gallen

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