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Wir können nur helfen, indem wir die Menschen nicht als minderwertig betrachten

«Demo verärgert Mörschwiler», Ausgabe vom 17. Oktober
Moni Meier Taan 4, 9402 Mörschwil

«Demo verärgert Mörschwiler», Ausgabe vom 17. Oktober

Wer die Mängelliste der Organisation Zunder liest, fragt sich, wie diese Leute ticken: Kühlschrank in den Zimmern. Als hätte in Afrika einer einen Kühlschrank. Wenn doch, dann gehört er zur wohlhabenden Bevölkerung, der sich eine Flucht leisten konnte. Die wirklich Armen sitzen immer noch in ihrem Heimatland, ohne Kühlschrank. Bücher: Genau, in Afrika sieht man jede Menge Menschen sich die Zeit mit Lesen vertreiben! Wir haben allerdings eher die geselligen Runden angetroffen, wo Jung und Alt zusammensitzen und erzählen. Nicht etwa, weil sie zu dumm wären, um zu lesen. Nein, eher weil sie etwas, was wir längst verlernt haben, noch können. Oder dann der Swiffer: Müssen wir jetzt diese Menschen auch noch zu solch gedankenlosen Wegwerfmenschen erziehen, wie wir es sind? Einmal Papierli, wisch und weg! Hoffen wir nur, dass wir ihnen nicht auch noch beibringen, wie viel Nahrungsmittel wir wegwerfen in dieser Luxuswelt. Teppiche auf einem pflegeleichten Boden. Super, da freut sich mein Hausfrauenherz. Und zu guter Letzt der Tschütelikasten: Der steht auch in jedem Dörfli in Afrika. Wäre es nicht sinnvoller, diesen jungen Männern eine würdevolle Aufgabe zu geben, statt sie zu verhätschelten Doofis zu machen? Älteren Menschen zur Hand gehen, Garten räumen, Schnee schippen, Einkauf erledigen, wo sie sehen, dass auch hier jeder etwas geben muss, um etwas zu bekommen? Wir können ihnen nur helfen, indem wir ihnen mit Respekt und ohne Misstrauen begegnen, sie am gesellschaftlichen Leben in den Gemeinden teilhaben lassen und sie nicht als minderwertig betrachten.

Wir sollten versuchen, ihnen ihre Würde zu lassen. Würde besteht aber nicht aus Büchern, Kühlschränken und Teppichen, die einfach so da sind, weil einige Gutmenschen darin die Menschenwürde manifestieren, sondern darin, sie auf ein Leben in ihrer eigenen Heimat vorzubereiten. Dazu gehört nun mal unser übertriebenes Luxusdenken nicht. Manch einem von uns wird dieses auch zu viel, denn nicht alles ist Gold, was glänzt.

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