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«Wir können Angehörigen die Last abnehmen»

Demenz Das Alters- und Pflegeheim Pelago in Rorschach ist eine der Institutionen in der Region, die sich auf die Betreuung schwerer Fälle von Demenz spezialisiert hat. Der gesamte vierte Stock des Pflegeheims ist auf die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen ausgerichtet.
Sandra Grünenfelder
Menschen mit Demenz haben spezielle Bedürfnisse. Im Pflegeheim Pelago erhalten sie eine helfende Hand. (Bild: Sandra Grünenfelder)

Menschen mit Demenz haben spezielle Bedürfnisse. Im Pflegeheim Pelago erhalten sie eine helfende Hand. (Bild: Sandra Grünenfelder)

Demenz Das Alters- und Pflegeheim Pelago in Rorschach ist eine der Institutionen in der Region, die sich auf die Betreuung schwerer Fälle von Demenz spezialisiert hat. Der gesamte vierte Stock des Pflegeheims ist auf die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen ausgerichtet. Die Bewohner können hier ihrem starken Bewegungsdrang freien Lauf lassen, tun, wozu sie Lust haben und noch fähig sind – sie können sie selbst sein, ohne anderen zur Last zu fallen.

«Wir können den Betroffenen eine professionelle, geschützte und liebevolle Umgebung bieten», sagt Heimleiterin Ingrid Markart. Im Pelago leben rund 100 Bewohner im stationären Bereich. Zu der Gruppe im vierten Stock zählen 25 Bewohner. Sie werden von 20 Pflegerinnen und Pflegern rund um die Uhr betreut. Ausserdem bietet das Pelago Kurzaufenthalte und eine Tagesstätte an. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir Familien, die ihre Angehörigen zu Hause betreuen, eine Entlastungsmöglichkeit bieten», sagt Markart. Das sei mit viel Aufwand verbunden, werde aber immer häufiger genutzt und von Betroffenen sehr geschätzt. Denn der Aufwand und die Last, die pflegende Angehörige auf sich nehmen, seien enorm. «Oft sind die pflegenden Angehörigen in einem gesundheitlich schlechteren Zustand als die erkrankte Person selbst.» Die Eigenverantwortung dürfe aber niemals vergessen werden. Denn die Diagnose Demenz heisse auch zu akzeptieren, dass man den Menschen von früher langsam verliert. «Diese Veränderung fällt leichter, wenn sie zugelassen und ihr gefolgt wird.»

Veränderung ermöglicht neue Qualitäten

Gerade die Anfangsphase der Demenz sei die schwierigste, erklärt Marko Prietzel, der Stationsleiter im vierten Stock. «Irgendwann kommt der Punkt, an dem der pflegende Angehörige merkt, er wird immer hilfloser.» Den Partner oder einen Elternteil schliesslich einer Institution zu übergeben, koste viel Überwindung und sei oft auch mit Versagensängsten verbunden. Hier sei es wichtig, dass zwischen den Angehörigen und der Institution ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werde. Bis alle Beteiligten einen Weg finden, mit der Veränderung umzugehen, brauche es Zeit. Die neue Situation ermögliche aber völlig neue Möglichkeiten und Qualitäten in der Beziehung. «Wir können den Angehörigen eine grosse Last abnehmen», sagt Prietzel. Eine Tasse Kaffee trinken oder ein Spaziergang zu zweit wird plötzlich viel positiver erlebt.

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