«Wir bauen auf Bewährtem auf»

Die Stadt Rheineck hat den Richtplan angepasst und das Baureglement samt Schutzordnung überarbeitet. Durch massvolles Wachstum soll die Selbständigkeit der Stadt auch zukünftig gestärkt werden.

Andrea Plüss
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Die rund 40 Besucher des Informationsabends wurden über den aktuellen Planungsstand zum Richtzonenplan und den Reglementen orientiert. (Bild: Andrea Plüss)

Die rund 40 Besucher des Informationsabends wurden über den aktuellen Planungsstand zum Richtzonenplan und den Reglementen orientiert. (Bild: Andrea Plüss)

RHEINECK. Ziel des Stadtrates sei es, die Selbständigkeit Rheinecks durch ein massvolles Wachstum auch in Zukunft zu stärken, erklärte Stadtpräsident Hans Pfäffli an der Informationsveranstaltung. Allein die demographische Entwicklung macht eine Auseinandersetzung mit dem Thema Wachstum und baurechtlicher Entwicklung unumgänglich.

Selbst wenn die Rheinecker Bevölkerung von heute rund 3300 Personen stagnieren würde, beanspruchten sie jedoch zukünftig mehr Wohnraum durch geänderte, beziehungsweise steigende Bedürfnisse.

«Die Hälfte der Einzonungen heute macht man nicht für Zuzüger, sondern für die Platzbedürfnisse derjenigen, die schon da sind», erläuterte Raumplaner Armin Meier.

Situationsanalyse

Der Richtplanrevision liegt eine Zustandsanalyse zugrunde, die unter anderem aufzeigte, dass Wachstum nur durch Einzonung und innere Verdichtung realisierbar ist.

Gerade Rheineck verfügt aber nicht über umfangreiche Baulandreserven, so dass vor allem der hochwertige Geschosswohnungsbau zur Vergrösserung des Mietwohnungsangebots in Frage kommt. Ziel ist es zudem, das gute Angebot im öffentlichen Verkehr zu erhalten und bei der Ortsgestaltung das attraktive Stadtbild zu bewahren.

Vier Planungsinstrumente

Raumplaner Armin Meier vom Büro Strittmatter Partner AG stellte den Anwesenden in der Folge die zur Verfügung stehenden Planungsinstrumente vor und präsentierte entsprechendes Bildmaterial.

«Teilen Sie uns ihre Eindrücke und Anregungen mit», wandte sich Meier an die Anwesenden.

Der Spielraum der Stadt, Entwicklungsflächen zu schaffen, sei eher klein, so ein Fazit Meiers. Bei seinen Planungen sei er von 0,6% Wachstum ausgegangen, dem Minimum, wie er sagt. Das überarbeitete Baureglement soll nur noch das regeln, was nicht an anderem Ort geregelt ist. Neu ist die Definition der «publikumsarmen» Gewerbebetriebe.

Gemeint sind damit Produktions-, Laden- und Dienstleistungsbetriebe, die nur über wenig motorisierten Publikumsverkehr verfügen. Der überarbeitete Zonenplan sieht verschiedene Umnutzungen vor, die sich aufgrund der jeweiligen Ausgangslage jedoch fast zwingend ergaben, wie Armin Meier an der Informationsveranstaltung ausführte. Neu im Zonenplan ist die «Wohnzone Städtli». Der neue Zonentyp soll im Altstadtbereich Anwendung finden. Im Gebiet Schwerzenberg und Kugelwis ist die Umzonung in reine Wohnzonen geplant.

Strukturschutzzone geplant

Bei der Überarbeitung der Schutzverordnung stand eine Differenzierung des Ortsbildschutzes im Vordergrund. «Es ist besser, im Einzelfall zu entscheiden, als zu spezielle Vorschriften zu erlassen», verdeutlichte der Raumplaner. In der neu kreierten «Ortsbildschutzzone Entwicklung» soll es möglich sein, an manchen Stellen auf hohem Niveau trotz des eigentlich statischen Charakters eine Entwicklung zu ermöglichen. An der Thaler Strasse ist eine Strukturschutzzone geplant zum Schutz der Punkthäuser.

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