Winzer erwarten Spitzenjahrgang

Die Aussichten sind hervorragend: Was an den Rebstöcken heimischer Winzer hängt, könnte bezüglich Menge und Qualität kaum besser sein. Im Gegensatz zum Vorjahr dürfte die Kirschessigfliege diesmal nur wenig Schaden anrichten.

Rudolf Hirtl
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Im Gegensatz zum vergangenen Jahr entwickeln sich die Trauben in den heimischen Rebbergen vorzüglich. Weder Fäulnis noch Kirschessigfliege bereiten bis anhin Probleme. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr entwickeln sich die Trauben in den heimischen Rebbergen vorzüglich. Weder Fäulnis noch Kirschessigfliege bereiten bis anhin Probleme. (Bilder: Rudolf Hirtl)

REGION AM SEE. Es schimmert blau unter den Netzen, die die Pinot-Noir-Trauben am Haldenhang vor Hagel schützen. Obwohl die Stöcke mit durchwegs gesunden Trauben behangen sind, entfernt Christian Herzog ganze Büschel von den Stöcken. «Mit dieser bewussten Ertragsreduzierung steigern wir die Qualität», erklärt der Winzer vom Weingut Halde in Thal. Nur die strenge Selektion am Rebberg und auch im Keller schaffe die Voraussetzungen für Weine des Kalibers Réserve und Grand Réserve. Und das 2015 grosse Weine produzieren würden, daran bestehe kein Zweifel. «Schöner Behang, gleichmässige Reife und keinerlei Fäulnis - besser könnte es derzeit nicht sein.»

Zu viel Öchslegrade vermeiden

Laut Herzog ist der Reifegrad der Trauben einem durchschnittlichen Jahr zehn bis vierzehn Tage voraus. Er rechnet damit, die ersten Rivaner, eine weisse Sorte, in zwei Wochen ernten zu können. Den richtigen Zeitpunkt bestimme freilich die Entwicklung der Öchslegrade. Beim Rivaner etwas sollten diese nicht höher als 75 sein, damit der Weisswein genügend Fruchtsäure und damit seine Spritzigkeit behalte. Im Weinberg zu arbeiten sei dieses Jahr eine Riesenfreude. Auch, weil die Hänge trocken und immer befahrbar seien. Bei derart langen, heissen Wetterperioden greifen Winzer aktiv in den Reifeprozess der Trauben ein. So wird bewusst mehr Laub an den Stöcken gelassen, um die Entwicklung der Beeren etwas zu bremsen.

Herzog hat im Rahmen des kantonalen Monitorings drei Fallen für Kirschessigfliegen aufgestellt. «Bis anhin waren die Kontrollen extrem erfreulich. Wir hatten in Goldach keine und in Thal nur zwischen einer und fünf dieser Fliegen in den Fallen.» Wichtig sei, den Fliegen jegliches Rückzugsgebiet zu nehmen und das Terrain unter den Stöcken sauber und frei von hohem Gras zu halten.

Wimmet in der nächsten Woche

Auch Tom Kobel vom Ochsentorkel Weinbau in Thal spricht von einer hervorragenden Ausgangslage. «Beim Roten ist auch entscheidend, wie der Herbst wird. Wird es nicht zu nass, dann werden wir wirklich einen Spitzenjahrgang in den Fässern haben.» Bei ihm geht die Wimmet vermutlich bereits in der kommenden Woche los, da der Riesling Silvaner (weisse Traube) bereits dann die optimalen Öchslegrade erreicht haben wird.

Christian Herzog Weingut Halde, Thal (Bild: Rudolf Hirtl)

Christian Herzog Weingut Halde, Thal (Bild: Rudolf Hirtl)

Tom Kobel Ochsentorkel Weinbau, Thal (Bild: Rudolf Hirtl
oceandesign@bluewin)

Tom Kobel Ochsentorkel Weinbau, Thal (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)