WINTER: Hochsaison für Waldarbeiten

Der eisigkalte Jahresbeginn war ideal für Arbeiten im Wald. Konnten vergangene Saison wegen des milden Wetters viele Arbeiten nicht durchgeführt werden, waren die Bedingungen diesen Januar umso besser.

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Nach dem Holzschlag auf dem Grundstück der Ortsbürgergemeinde Goldach, nahe der Autobahnbrücke, werden die Baumstämme sortiert. (Bild: Jolanda Riedener)

Nach dem Holzschlag auf dem Grundstück der Ortsbürgergemeinde Goldach, nahe der Autobahnbrücke, werden die Baumstämme sortiert. (Bild: Jolanda Riedener)

Bei strömendem Regen umschlingt der Greifarm des Krans den Baumstamm mühelos und manövriert ihn zu den anderen. Mitarbeiter des Forstunternehmens Gebrüder Fuchs sortieren die Trämel nach deren Nutzen: Energieholz, das zu Holzscheiten oder Schnitzeln verarbeitet wird und als Brennholz dient, sowie Nadel- und Laubholz werden separiert. «Die langen Laubholzstämme werden erst von der Sägerei gemäss Verwendungszweck zugeschnitten», erklärt einer der Arbeiter. Daraus könnten einmal kleinere Möbel oder Besenstiele gefertigt werden.

Der Waldkomplex der Ortsgemeinde Goldach, direkt neben der Autobahn, wurde kürzlich komplett durchforstet. Knapp 300 Kubikmeter Holz fällten die Waldarbeiter.

Heikle Stellen dank kaltem Winter holzen

«Der kalte Winter kommt uns gelegen», sagt Corina Stolz, Revierförsterin des Forstreviers Rorschach-Sitter. Wenn der Waldboden gefroren ist und sich die Bäume in der Vegetationsruhe befinden, bedeutet das für die Forstbetriebe in der Region Hochsaison.

Das in Goldach erwirtschaftete Holz wird nun nahe der Strasse gelagert und spätestens im März abtransportiert. Zum Jahresbeginn sind laut Corina Stolz die Bedingungen für Holzschläge wegen der andauernden Kälte optimal gewesen. Denn nur bei tiefen Temperaturen könnten Schäden vermieden werden. «Müssen Baumstämme mit schweren Maschinen über eine Wiese abtransportiert werden, so wird der Boden weniger beschädigt, wenn er gefroren ist», sagt Stolz. Während der vergangenen Wochen konnte deshalb auch in Waldstücken gefällt werden, die an Wiesen angrenzen. In anderen Jahren hingegen habe man in jener Umgebung wegen des zu nassen und zu weichen Bodens schlicht nicht holzen können. «Dann bleibt nichts anderes übrig, als die nächste Saison abzuwarten», sagt Stolz.

Aber nicht nur der Boden nimmt bei tiefen Temperaturen weniger Schaden: Auch Bäume, die im Wald bestehen bleiben, tragen durch die Fällung und den Transport benachbarter Stämme weniger Schaden davon.

«Grundsätzlich wird in der Schweiz nie mehr Holz genutzt, als nachwächst», sagt Corina Stolz. Insbesondere für die jungen Bäume sei es aber wichtig, dass Platz geschaffen werde. Somit erreicht diese auch mehr Licht, was das Wachstum der Jungtannen begünstigt.

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch