Willensstarke und gläubige Frau

Marlis Widmer, die langjährige ehemalige Schulleiterin der Meitleflade in St. Gallen, ist am 8. Februar im Alter von 88 Jahren in Herisau gestorben. Sie war eine Respektsperson mit christlichen Grundsätzen.

Daniel Wirth
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Marlis Widmer 15.7.1927–8.2.2015 (Bild: pd)

Marlis Widmer 15.7.1927–8.2.2015 (Bild: pd)

Als Lehrerin und Schulleiterin sei Marlis Widmer wohl noch vielen in lebhafter Erinnerung, heisst es in einem von Arthur Pichler verfassten Nachruf.

Marlis Widmer wurde 1927 in Herisau geboren. In der Burghalde wuchs sie auf; bis kurz vor ihrem Tod behielt sie dort ihren Wohnsitz. Nach der Primarschule in Herisau besuchte sie von 1940 bis 1943 die Meitleflade in St. Gallen, die damals noch einen anderen Namen hatte: Katholische Mädchenrealschule. Nach einem Institutsaufenthalt im Jura und Sprachaufenthalten in Frankreich und England meldete sie sich zur Ausbildung zur Sekundarlehrerin an der Lehramtsschule St. Gallen an. Ihre erste Anstellung erhielt sie dann am «Kathi», an der Mädchensekundarschule in Wil. 1955 wurde Marlis Widmer an die Katholische Mädchenrealschule in St. Gallen berufen.

34 Jahre der Meitleflade treu

Der Meitleflade blieb sie während 34 Jahren treu. Sie war dort die erste sogenannte «Laienlehrerin», die neben Menzinger Schwestern unterrichtete.

1973 übernahm Marlis Widmer das Amt der Schulleiterin, das bisher immer in der Hand einer Ordensschwester gelegen hatte. Als gläubige, willensstarke und immer positiv denkende Frau hatte sie eine «natürliche Autorität, mit welcher sie ihre Mitmenschen fesseln konnte», wie es im von Arthur Pichler verfassten Nekrolog heisst. Für ihre Schülerinnen wie auch für das Lehrerteam der Meitleflade, das sie führte, sei sie eine Respektsperson gewesen, die einen ihre christlichen Grundsätze und ihr Wohlwollen spüren liess. Marlis Widmer sei bescheiden aufgetreten, aber grosszügig und grossherzig gewesen. Neben der Schule engagierte sich Marlis Widmer aktiv in zahlreichen kirchlichen Institutionen. Für ihren grossen Einsatz erhielt sie 2004 vom damaligen St. Galler Bischof Ivo Fürer die Bistumsmedaille verliehen.

Den Verein ehemaliger Schülerinnen der Meitleflade, bei dessen Gründung sie beteiligt war, präsidierte sie bis zum 80. Lebensjahr.

Eine weitgereiste Frau

Weltoffenheit war auch ein Wesenszug von Marlies Widmer. Sie machte viele Reisen in Europa und in Afrika. Nach ihrer Pensionierung 1989 unternahm sie eine dreimonatige Weltreise.

Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Marlies Widmer im Altersheim Ebnet in Herisau.

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