Wiler Chefärztin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

ST.GALLEN. Im Oktober 2007 ist im Spital Wil eine Patientin gestorben. Nach der Totgeburt ihres Kindes traten Komplikationen auf. Die verantwortliche Chefärztin wurde im Juni vom Kreisgericht Wil wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Das kantonale Gesundheitsdepartement informierte am Dienstag über den Fall.

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Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Die Chefärztin akzeptierte die bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Auch die haftpflichtrechtlichen Forderungen seien geklärt, sagte Roman Wüst, Generalsekretär des Gesundheitsdepartements, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Konkrete Zahlen wollte er keine nennen.

Auch der Sachverhalt bleibt weitgehend im Dunkeln: Nach der Totgeburt des Kindes traten bei der Mutter Komplikationen auf, die zu ihrem Tod führten. Die Chefärztin wurde dafür verantwortlich gemacht. Unklar ist, welche Sorgfaltsverletzungen ihr angelastet wurden. «Weil der Fall nicht an die nächste Instanz weitergezogen wurde, gibt es kein begründetes Urteil», sagte Wüst.

Die betroffene Chefärztin arbeite seit zwölf Jahren am Spital Wil und weise eine hohe fachliche Kompetenz aus. «Im Spital Wil sind unmittelbar nach dem tragischen Ereignis die notwendigen Massnahmen getroffen, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholen kann», sagte Wüst.

Der Chefärztin wurde ein Facharzt als Coach und Begleiter an die Seite gestellt. Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde habe in Aussicht gestellt, dass die Chefärztin weiterhin in ihrer Funktion bleiben soll. (sda)

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