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Wildwasserfahrt in der Steinach

Eine halsbrecherische Tour haben am Dienstag zwei St. Galler Wassersportler gewagt. Sie stürzten sich mit ihren Kajaks in der Mülenenschlucht die Steinach hinunter – eine Wildwassertour der höchsten Schwierigkeitsstufe.
Ralf Streule
Abschluss der Kajakfahrt ins Becken unterhalb der Mülenenschlucht. (Bild: pd)

Abschluss der Kajakfahrt ins Becken unterhalb der Mülenenschlucht. (Bild: pd)

Die Bilder, die seit gestern auf Facebook kursieren, lassen zuerst an einen schlechten Scherz glauben. Ein Kajakfahrer paddelt mit seinem roten Untersatz die schäumenden Fluten der Steinach herunter – an einer der schmalsten Stellen der Mülenenschlucht. Was zunächst nach einer geschickt bearbeiteten Fotomontage aussieht, stellt sich bei einer Nachfrage als echt heraus: Der Kajakfahrer im Bild ist der 29jährige St. Galler Ruedi Gamper. Zusammen mit seinem Sportkollegen Yair Camacho hat er die Tour in der Mülenenschlucht am Dienstag gewagt. Samt Fotografen, der das ganze dokumentierte.

Kajakpremiere in der Schlucht

«Das war nur eines meiner unzähligen Kajakprojekte», sagt Gamper. Er und Yair Camacho seien wohl die ersten, die Kajaktour durch die Mülenenschlucht gewagt hätten. Die Steinach sei derzeit zu meistern, da verhältnismässig viel Wasser fliesse. Obschon: Auf der offiziellen Wildwasser-Schwierigkeitsskala, die von 1 (leicht) bis 6 (Grenze der Befahrbarkeit) reicht, sei die Mülenenschlucht wohl eine «5plus», sagt Gamper. Für geübte Kajakfahrer mit guter Ausrüstung – und natürlich dem obligaten Helm – sei dies aber problemlos zu schaffen. «Es ist auch fast nichts passiert. Nur den Mittelfinger habe ich mir aufgeschürft.»

Mülenen-Sport in der Kritik

Im März 2011 war bereits eine Gruppe von Outdoorsportlern in der Mülenenschlucht unterwegs gewesen. Sie betrieben Canyoning: In Neoprenanzügen sprangen, rutschten und kletterten sie die Steinach hinunter. Worauf Naturschützer nach einer Schutzverordnung für die ökologisch bedeutende Schlucht verlangten. Kritisiert wurde von der städtischen Fachstelle für Natur und Landschaft, dass beim Canyoning Haken ins Gestein geschlagen werden. Unter einer Kajakfahrt dürfte das Gestein weniger leiden.

Die Stadtpolizei ihrerseits machte damals darauf aufmerksam, dass es sich beim Canyoning um eine «eigentlich bewilligungspflichtige» Aktion handle. Dass dies auch bei einer Kajaktour der Fall sein könnte, stellt der erfahrene Outdoorsportler Gamper in Frage. Ein Gesetz besage, dass offiziell alle Gewässer befahrbar seien, wenn keine Tafel mit einem expliziten Verbot angebracht sei. Dass die Schlucht nun von einem Kajakboom überrollt wird, sei unwahrscheinlich. Nur wirkliche Könner hätten in solchen Gebieten etwas zu suchen, sagt Gamper – die Bilder beweisen es.

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