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WILDVÖGEL: Krähen hassen Menschen und fahren Ski

Unglücksraben, rabenschwarze Tage und Rabeneltern: Der Ruf der Krähenvögel ist schlecht. Dabei sind es kluge und verspielte Tiere. In St.Gallen sind sie vom Gübsensee bis zum Peter und Paul anzutreffen.
Krähen sind eigentlich kluge und soziale Tiere. Ihr Sozialverhalten wird ihnen manchmal auch zum Verhängnis. (Bild: A4581/_CHRISTOPH SCHMIDT (DPA dpa))

Krähen sind eigentlich kluge und soziale Tiere. Ihr Sozialverhalten wird ihnen manchmal auch zum Verhängnis. (Bild: A4581/_CHRISTOPH SCHMIDT (DPA dpa))

Sie reissen Abfallsäcke auf und machen lautstark auf sich aufmerksam: Krähen gibt es in der ganzen Stadt. Am Mittwochmittag versammeln sich im Stadtpark rund 30 Interessierte, die mehr über diese schwarzen Vögel erfahren wollten. Die Veranstaltung mit der Biologin Iris Scholl findet im Rahmen von «Natur findet Stadt» statt. Es sei ihr ein Anliegen, über Krähen zu informieren. Gerade weil sie so verpönt seien, sagt Scholl. «Es sind eigentlich kluge und soziale Tiere.» Doch dieses Sozialverhalten wird ihnen manchmal auch zum Verhängnis.

Gerade Saatkrähen suchen sich kein eigenes Revier, sondern leben in Schwärmen. Die Vögel, erkennbar an der kahlen Stelle hinter dem Schnabel, brüten in teils sehr grossen Kolonien. Ihre Anwesenheit geben sie lautstark bekannt. «Beim Wildtierpark Peter und Paul versammelt sich jeweils am Abend ein Schwarm Krähen», sagt eine der Teilnehmerinnen am Rundgang. Scholl vermutet, dass es sich dabei um Rabenkrähen handelt. Diese Art hat ein voluminöses Gefieder, wodurch sie kompakt und gedrungen aussieht. «Zum Brüten suchen sich die Raben Reviere. Aber ausserhalb der Brutzeit leben sie im Schwarm.» Dieser übernachtet auf gemeinsamen Schlafbäumen. «Der Schwarm dient als Heiratsmarkt», sagt Scholl. Ausserdem seien die Krähen gemeinsam stärker: «Miteinander entdecken sie Feinde und Futterquellen schneller.»

Stadtpolizei warnte vor Rabenkrähen

Gegenüber Feinden können Krähen sehr aggressiv auftreten. So warnte die Stadtpolizei vor einigen Jahren, man solle Rabenküken nicht berühren. Denn diese stehen unter ständiger Beobachtung ihrer Eltern, auch wenn sie aus dem Nest gefallen sind. Für die Altvögel gelten alle, die das Küken berühren, als Feind. Zur Abschreckung fliegen sie dann Scheinangriffe: Die Raben stossen herab und drehen erst kurz vor dem Aufprall ab. Diese Angriffe werden laut Scholl «Hassen» genannt.

Neben den Saat- und den Rabenkrähen gibt es noch zwei weitere Vögel, die zu den Raben und Krähen gezählt werden: die Dohle und den Kolkraben. Letztere bezeichnet Scholl als den «grossen Bruder der Rabenkrähe». Denn Kolkraben sind grösser und vor allem an ihrem wuchtigen Schnabel zu erkennen. «Ursprünglich lebten sie vor allem in den Bergen.» Bis vor rund achtzig Jahren waren sie in weiten Teilen Mitteleuropas gar ausgestorben. Weil aber die Verfolgung durch Menschen nachgelassen hat, treten sie nun wieder verbreiteter auf. Heute sind sie dank ihrer Anpassungsfähigkeit auch in der Nähe von Städten anzutreffen: «Am Gübsensee sehe ich regelmässig Kolkraben», sagt einer der Teilnehmer.

Eine andere Teilnehmerin erzählt, sie habe Krähen beim Skifahren beobachtet: «Ich sah, wie Krähen sich hinhockten und auf ihren Krallen einen Hang hinunterrutschten.» Das überrascht Scholl nicht. «Krähen lieben es, zu spielen und die Gegend auszukundschaften.» Überhaupt seien die Vögel sehr lernfähig. «Sie können sich einzelne Menschen merken und wissen, ob er freundlich oder feindlich gesinnt ist.» Füttert man sie, ist es also möglich, Freundschaft mit einer Krähe zu schliessen. Dies ist einer älteren Dame gelungen: Seit einiger Zeit werde sie regelmässig von drei Krähen besucht. (mha)

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