Wiederaufbau nach vierzig Jahren

Private und Stadt schliessen die grösste Lücke im Stadtbild: Der Stadtrat bewilligt den Bau des Wohn- und Parkhauses Seehof mit öffentlicher Tiefgarage. Vor dem Bau gestalten Kanton und Stadt die Hauptstrasse in diesem Bereich neu.

Fritz Bichsel
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Anstelle der Parkplätze entstehen im Seehof Wohnungen, eine Parkgarage mit Zufahrt wie unter die Raiffeisenbank (links) und eine Grünfläche. (Bild: Fritz Bichsel)

Anstelle der Parkplätze entstehen im Seehof Wohnungen, eine Parkgarage mit Zufahrt wie unter die Raiffeisenbank (links) und eine Grünfläche. (Bild: Fritz Bichsel)

RORSCHACH. Der Neubau umfasst 35 Miet- oder Eigentumswohnungen in vier Obergeschossen mit Blick auf den nahen See sowie 150 Parkplätze im Erd- und im Untergeschoss. Er wird die ganze Lücke von den Häusern beim Bahnübergang Bellevue bis zur Raiffeisenbank füllen. Hinter diesem langen Gebäude entsteht bis zur oberen Bahnlinie eine Grünfläche.

Der Stadtrat erteilte jetzt die Baubewilligung an die Jubag Immo (Elmar Jud) und die Kimo AG (Markus Morant) mit Sitz in St. Gallen. Sie sind derzeit daran, das bisher als Parkplatz genutzte Areal Seehof zu kaufen, den Grossteil von der Stadt Rorschach und eine Ecke von der katholischen Kirchgemeinde.

Das Projekt übernimmt die Höhe und die flache Dachform des Bankneubaus sowie mit Erkern gegen die Strasse ein Element des angrenzenden Stadtkerns. Wie das Gebäude, die Zufahrt zur Parkgarage und die Umgebung gestaltet werden, ist in einem Gestaltungsplan mit besonderen Vorschriften und im detaillierten Bauprojekt geregelt. Zu beiden gingen nach Auskunft von Stadtschreiber Bruno Seelos keine Einsprachen ein.

Vorher die Strasse umbauen

Trotzdem verzögerte sich das Vorhaben. Denn für die Zufahrt zur Parkgarage – wie bereits zur Tiefgarage unter der Bank – muss die Hauptstrasse umgestaltet werden. Sie erhält hier drei Fahrbahnen, die mittlere als farbige Fläche. Auch dagegen gab es keine Einwände. Aber an anderen Teilen der Hauptstrasse wird die Neugestaltung bekämpft mit Einsprachen. Damit auf dem Seehofareal gebaut werden kann, lassen der Kanton als Eigentümer und die Stadt als Auftraggeberin für besondere Gestaltungselemente nun den östlichen Teil der Hauptstrasse separat umbauen: vom Bahnübergang Bellevue bis zum Einlenker Kirchstrasse zwischen Raiffeisenbank und Rathaus.

Diese Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen. Dann wird es während einiger Monate Umleitungen oder Behinderungen geben. Das neue Wohn- und Parkhaus wird nachher gebaut, wenn für Verkehr zur Baustelle mehr Platz zur Verfügung steht.

Parkplätze kaufen oder mieten

Von den Parkplätzen werden gut 100 öffentlich zugänglich und durch die Stadt bewirtschaftet. Der Stadtrat erwägt nach Auskunft des Stadtschreibers, diesen Teil zu kaufen – wie in der Tiefgarage Trischli unter der Migros. Darüber würden die Bürger an der Urne entscheiden, frühestens im Juni. Der Baubeginn ist noch offen, weil das auch vom Wasserstand im See abhängt. Es ist jedoch nur noch eine Frage von Monaten, bis dieses Loch im Stadtbild endlich wieder gefüllt wird. Es entstand, weil Kanton und Stadt eine Strasse über die Bahnlinien planten. Dafür hatten sie das ganze Seehofquartier gekauft. Doch die Bürger sagten zweimal Nein. Das inzwischen verlotterte Quartier wurde vor vierzig Jahren abgerissen.

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