Wieder Zmittag bei Mami

Im Postautostreit von Grub ist eine Lösung gefunden: Dank eines Extra-Shuttles für 15 000 Franken jährlich können die Oberstufenschüler wieder nach Hause zum Mittagessen. Die Fahrplanumstellung hatte dies zunächst verunmöglicht.

Nina Rudnicki
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Eggersrieter Oberstufenschüler können mittags wieder nach Hause. (Bild: Michaela Rohrer)

Eggersrieter Oberstufenschüler können mittags wieder nach Hause. (Bild: Michaela Rohrer)

GRUB SG. Statt 14 Minuten sind es nun 37 Minuten, die den Schülern in Grub für ihr Mittagessen zu Hause bleiben. Für die betroffenen Familien ist damit schneller als erwartet doch noch eine Lösung gefunden. Sie hatten sich in Leserbriefen über den Fahrplanwechsel vom 13. Dezember beschwert. Mit diesem war es für ihre Kinder, die in St. Gallen in die Oberstufe gehen, praktisch unmöglich geworden, über Mittag mit dem Postauto nach Hause zu fahren (Tagblatt vom 22. Dezember).

«Auf Initiative der Gemeinde Eggersriet hat das Amt für öffentlichen Verkehr zusammen mit der Postauto-Region Ostschweiz kurzfristig eine Verbesserung gefunden», heisst es in einem Infoschreiben der Gemeinde Eggersriet. Die Lösung sieht so aus, dass seit Anfang dieser Woche jeweils ein Postauto der Linie 120 von St. Gallen herkommend über Grub SG fährt, sofern sich Schüler unter den Fahrgästen befinden. Sie kommen um 12.23 Uhr in Grub SG an. Um 13 Uhr fährt ein Shuttlebus die Schüler dann vom st. gallischen Grub ins ausserrhodische Grub. Dort können sie um 13.03 Uhr in das Postauto nach St. Gallen umsteigen.

15 000 Franken Mehrkosten

«Durch diesen Zusatzkurs entstehen für Eggersriet Mehrkosten von rund 15 000 Franken», sagt Gemeindepräsident Roger Hochreutener. Eine langfristige Lösung ist das nicht. Bis zum nächsten Fahrplanwechsel Ende Jahr müssen laut Hochreutener betriebliche Lösungen gefunden sein. Auch da «etwa gleich viele Passagiere von Grub nach St. Gallen pendeln wie in Heiden zusteigen». Seit dem Fahrplanwechsel hält in Eggersriet vormittags und nachmittags während Stunden kein Postauto mehr. «Auf die Notlösung habe ich insofern positive Reaktionen bekommen, dass die Schüler und Pendler über den Mittag überhaupt nach Hause können.» Die 37 Minuten seien das Minimum, das Sinn ergebe. «Eine vorbereitete Köchin und die Rücksicht der andern Familienmitglieder ist schon Bedingung, dass es funktioniert.»

Unstimmigkeiten melden

Vor jedem Fahrplanwechsel haben Gemeinden und die Bevölkerung laut Patrick Ruggli, Leiter des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr, die Möglichkeit, Unstimmigkeiten zu melden. «Die Änderungen des Fahrplanes werden im Mai oder Juni publiziert. Zur Linie 120 sind im Vorfeld keine Eingaben eingetroffen», sagt er und zählt Vorteile auf. Die Busse von Heiden hätten nun in St. Gallen auf den Fernverkehr optimale Anschlüsse. Davon profitiere auch Eggersriet. Alle Kurse über Grub zu führen, ist laut Ruggli wegen der unverhältnismässig hohen Zusatzkosten nicht möglich. «Aufgrund der Budgetrestriktionen des Kantons ist eine solche Lösung nicht finanzierbar», sagt er. Die derzeitige Anpassung sei eine kurzfristige Lösung. «Ob sich der Shuttlekurs lohnt, wird sich anhand der Frequenzen weisen müssen.» Für eine mittelfristige Verbesserung der Anbindung von Grub werde etwa eine neue Linie von Eggersriet über Grub nach Rorschach geprüft.

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