Wieder mehr los in den Quartieren

Am Schmutzigen Donnerstag startet die Stadtsanktgaller Fasnacht zu Füssen des Vadian-Denkmals. Danach folgt sie dem bewährten Programmraster. Zwei Höhepunkte sind die Gassenfasnacht am Donnerstag und der Umzug am Sonntag.

Reto Voneschen
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Am nächsten Donnerstag ist es wieder soweit: Morgens um 6 Uhr wird die Stadtsanktgaller Fasnacht mit dem Agugge beim Vadiandenkmal eröffnet. Gemäss langfristiger Wetterprognose dürfe es diesmal dabei zwar kalt sein, dafür soll aber für einmal kein Schnee fallen. (Archivbild: Urs Bucher)

Am nächsten Donnerstag ist es wieder soweit: Morgens um 6 Uhr wird die Stadtsanktgaller Fasnacht mit dem Agugge beim Vadiandenkmal eröffnet. Gemäss langfristiger Wetterprognose dürfe es diesmal dabei zwar kalt sein, dafür soll aber für einmal kein Schnee fallen. (Archivbild: Urs Bucher)

Am nächsten Donnerstag brechen auch in der Stadt St. Gallen die närrischen Zeiten aus. Nach dem Agugge zu Füssen Vadians am Schmutzigen Donnerstag, Punkt 6 Uhr, folgt die Fasnacht dem seit Jahren bekannten Programmraster. Grosse Änderungen gibt es heuer keine. Wieso auch? Das Programm habe sich alles in allem bewährt und komme beim Publikum gut an, sagt Bruno Bischof, Präsident der St. Galler Fasnachtsgesellschaft.

Vampire in der Offenen Kirche

Das Fasnachtsprogramm im Stadtzentrum wird wie üblich von verschiedenen Akteuren getragen. In erster Linie sind das Guggen, Schnitzelbänkler, Ehrenfödlebürger und Fasnachtsgesellschaft. Das Programm in den Quartieren fällt in diesem Jahr reichhaltiger als auch schon aus. Damit die verschiedenen Anlässe in erster Linie für Kinder und Jugendliche zustande kommen, engagieren sich dort viele Freiwillige von Elternforen und -gruppen bis hin zu Kirchgemeinden. Nachdem der Ohren-Ball in Bruggen 2014 die letzte verbleibende Veranstaltung ihrer Art war, fällt in diesem Jahr auf, dass es wieder mehrere solche Feste gibt. Unter anderem findet in der Offenen Kirche ein Vampirball statt.

Einheimische und viele Gäste

Die Guggen seien bereit, ihren Part an der diesjährigen Fasnacht zu spielen, sagt Donat Kuratli, Präsident der Vereinigten Guggen St. Gallen und gleichzeitig Obergugger im Riethüsli. Seine Riethüsli-Gugge feiert heuer das 25jährige Bestehen. Die Geburtstagsparty hat allerdings schon stattgefunden – am vergangenen Samstag in der Mehrzweckhalle Engelwies.

Die Guggen sind wie üblich die ganze Fasnacht über unterwegs. Erste Höhepunkte sind dabei das Agugge sowie die Gassenfasnacht vom Schmutzigen Donnerstag. Für den Donnerstagabend rechnet Donat Kuratli mit rund zwei Dutzend Guggen aus Stadt und Region mit über 800 Aktiven. Am Samstagabend sind im Stadtzentrum nicht nur einheimische, sondern auch sechs Gastguggen aus dem nahen Ausland und dem Rest der fasnächtlichen Schweiz unterwegs. Das sei der Abend, bei dem man nach dem Föbüverschuss einmal etwas andere Töne und Rhythmen hören könne. Das Repertoire sowie die Art und Weise des Auftritts unterscheide sich nämlich von Region zu Region, sagt Donat Kuratli.

Guggen mischen überall mit

Daneben liefern Guggen bei fast allen Fasnachtsanlässen die musikalisch-rhythmische Kulisse. Zum einen sind sie bei Grossanlässen wie «Dampf im Kessel» in der Lokremise, dem Föbüverschuss vom Samstag oder dem grossen Umzug vom Sonntag dabei. Zum anderen gibt es keinen Quartieranlass vom Brunnenwunder im Linsebühl über Umzüge und Kinderbälle bis hin zur Verleihung des Gübsenfisches in Winkeln ohne mindestens eine Gugge.

Das heisst: Auf die Mitglieder aller kakophonischen Formationen kommen strenge Tage zu. Als «streng und sehr schön», wird diese Zeit von einem seit Jahren aktiven Gugger bezeichnet. Wobei die Guggen gemäss ihrem Sprecher Donat Kuratli einen Wunsch an die Bevölkerung hätten: «Es wäre schön, wenn es an der Strassenfasnacht etwas mehr Publikum in Gassen und auf Plätzen hätte.» Und zwar auch, wenn das Wetter einmal nicht ideal sei. Der Fasnachtsstimmung tue ein bisschen Kälte oder Schnee keinen Abbruch.

Louis de Saint-Gall zum letzten?

Bereit sind gemäss ihrem Sprecher Michael Hugentobler auch die Schnitzelbänkler. Wer von ihnen unterwegs sein wird, ist wie immer ein bisschen offen. Klar ist, dass Urschnitzler Louis de Saint-Gall (alias Louis Christ) präsent sein wird, und zwar ein letztes Mal. Er will, so besagt es ein Gerücht, aufhören. Der gebürtige Basler ist seit 1973 fester Bestandteil der Stadtsanktgaller Fasnacht und hat wesentlichen Anteil daran, dass heute Schnitzelbänke zu deren festem Programm gehören.

Auftritte fest oder wenigstens provisorisch zugesagt haben neben Christ rund ein Dutzend Schnitzelbänkler. Darunter sind altbekannte und auch neue Einzelmasken und Gruppen. Die Schnitzelbänkler zu sehen und zu hören, ist allerdings in diesem Jahr nicht ganz so einfach: Die drei Fasnachtsabende in der Kellerbühne sind ausverkauft. Hier besteht eine kleine Chance, an der Abendkasse zum Zug zu kommen, falls Reservationen hinfällig werden. Ausverkauft ist der Fasnachtsanlass «Dampf im Kessel» vom Freitagabend. Hier gibt es keine Abendkasse.

Geheimtip Fasnachtsdienstag

Bleiben noch die Fasnachtsbeizen, in denen die Schnitzelbänkler auftreten. Es sind dies die Restaurants Bäumli, Bierfalken, Drahtseilbähnli, Incontro, Papagei, Wetzi's Trübli, Zeughaus, Zur alten Post und Zum goldenen Leuen (National) sowie das Weinlokal 1733. Allerdings: Am Schmutzigen Donnerstag, Freitag und Samstag dürfte es schwierig sein, Platz zu finden. Dies aufgrund der vielen Reservationen. Dienstag hingegen gilt als Geheimtip: Dann sei erfahrungsgemäss nicht mehr so viel Volk unterwegs und die Chance grösser, in einer der Fasnachtsbeizen einen leeren Stuhl zu ergattern.

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