Wieder mehr Feldhasen

RHEINTAL. Meister Lampe kommt langsam zurück. Die Zählung 2011 zeigt, dass im Rheintal als einem der überprüften Ostschweizer Gebiete die Bemühungen um mehr naturnahe Flächen wirken.

Susi Miara
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Der Feldhase kann im Rheintal wieder besser leben. Im Bannriet hat es fast doppelt so viele wie 2010. (Bild: Daniel Hubacher)

Der Feldhase kann im Rheintal wieder besser leben. Im Bannriet hat es fast doppelt so viele wie 2010. (Bild: Daniel Hubacher)

Früher wusste manch einer, wo der Hase langläuft. Heute ist das anders. Kaum jemand bekommt einen Feldhasen in der Natur zu Gesicht. Auch im Rheintal haben Forscher vielerorts nur noch drei bis sechs Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt. Wildhüter Peter Eggenberger kann sich an Zeiten erinnern, als man 20 Feldhasen an einem Tag beobachten konnte. Das liege jedoch schon 50 Jahre zurück. «Heute sind es vielleicht noch ein bis zwei Tiere am Tag», sagt Peter Eggenberger.

Zunahme im Bannriet

Weil der Bestand der Feldhasen seit Jahren rückläufig war, freut sich der Wildhüter umso mehr, dass bei der diesjährigen Zählung am 3. und 7. März auf einem Teil der überprüften Flächen im Rheintal wieder mehr Hasen gesichtet wurden. «Vor allem im Bannriet hat sich die Population gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt», berichtet Peter Eggenberger.

Die Zählungen in vergangenen Jahren zeigen, dass das Kerngebiet der Rheintalebene mit durchschnittlich neun Hasen pro Quadratkilometer deutlich über einem Grossteil aller Schweizer Untersuchungsflächen liegt.

«Diese Zahlen können sich aber jährlich ändern», sagt Markus Brülisauer, Abteilungsleiter Jagd beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen. Einerseits spiele der Lebensraum eine grosse Rolle. Aber auch das Wetter und die Zahl der natürlichen Feinde seien massgebend. Der Fuchs, einer dieser Feinde, sei zum Beispiel letztes Jahr am Staupenvirus erkrankt.

Warum ausgerechnet im Bannriet dieses Jahr so viele Feldhasen leben, weiss auch Markus Brülisauer nicht. «In den beiden anderen Zählgebieten im Rheintal blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr konstant.»

Teil eines Lebensraumprojekts

Im St. Galler Rheintal ist der Feldhase seit 1998 Aufhänger eines Projekts zur Förderung von Buntbrachen und extensiv genutzten Blumenwiesen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Landwirte halten sich an Zusatzanforderungen (zum Beispiel Verwendung von Balkenmähern) und erhalten für ihren Mehraufwand eine jährliche Abgeltung. Das Projekt wird von der Schweizerischen Vogelwarte und dem Verein Pro Riet Rheintal getragen.