Wieder im Plus statt im Minus

GOLDACH. Einmal mehr sind die Zahlen der Goldacher Rechnung schwarz statt wie angenommen rot. Das freut den Gemeindepräsidenten Thomas Würth. Für die kommenden Jahre werden aber wieder Defizite prognostiziert.

Marianne Bargagna
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Gemeindepräsident Thomas Würth (links) und Schulpräsident Andreas Gehrig präsentieren positive Rechnungsabschlüsse. (Bild: Marianne Bargagna)

Gemeindepräsident Thomas Würth (links) und Schulpräsident Andreas Gehrig präsentieren positive Rechnungsabschlüsse. (Bild: Marianne Bargagna)

Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 421 572 Franken. Verbucht werden kann nun aber ein Ertragsüberschuss von 827 793 Franken, was einer Besserstellung gegenüber dem Budget von 1 249 365 Franken entspricht. Kein Wunder also, dass sich der Gemeindepräsident Thomas Würth freut: «Das Resultat ist sehr erfreulich. Wir sind sehr zufrieden», sagte er gestern an einer Medienorientierung. Ähnliches konnte er vor Jahresfrist sagen. Auch damals wurde ein Defizit (465 326 Franken) budgetiert und ein Ertragsüberschuss (655 788 Franken) ausgewiesen. Und damals galt, was heute auch noch gilt: Der Steuerfuss bleibt bei 114 Prozent.

Keine grossen «Ausreisser»

Zum guten Ergebnis beigetragen haben Minderausgaben, zum Beispiel für die Soziale Wohlfahrt (233 507 Franken) oder im Konto «Bürgerschaft, Behörden, Verwaltung (231 228 Franken) oder die Schule (134 964 Franken, siehe Text «Gute Noten für Schulrechnung»). Dann gingen auch knapp eine Viertel Million Franken mehr Gemeindesteuern ein. Alles in allem betrachtet, stellt Thomas Würth fest: «Nirgends gab es grosse <Ausreisser>.»

Der Ertragsüberschuss von 827 793 Franken soll nach dem Willen des Gemeinderates einerseits für zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von 692 260 Franken verwendet, anderseits sollen 135 533 Franken dem Eigenkapital zugewiesen werden. Die zusätzlichen Abschreibungen (Hartplatz beim Rosenacker-Schulhaus, Turnhalle Rosenacker und interaktive Wandtafeln) werden sich wiederum entlastend auf das Budget 2013 auswirken, und zwar in der Höhe von 90 000 Franken, sagt Thomas Würth.

Noch ein Wort zum Eigenkapital: Dieses beträgt per 31. Dezember 2012 gut 4,6 Millionen Franken, was etwa 25 Steuerprozenten entspricht. Würth sagt dazu: «Das ist nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.»

«Etwas frustrierend»

Ein Blick ins Budget 2013 und die Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre lässt denn auch erahnen, dass Goldach dieses Eigenkapital in Zukunft gut gebrauchen kann. Für das laufende Jahr rechnet der Gemeinderat mit einem Aufwandüberschuss von 776 110 Franken. – obwohl «wir gestrichen und gespart haben», sagt Würth. Mit 633 000 Franken massiv zu Buche schlagen sich auf der Ausgabenseite die Mehrbelastungen wegen des Sparpakets des Kantons. Im letzten Jahr machten sich die Lastenverschiebungen vom Kanton zu den Gemeinden in der Goldacher Rechnung mit 410 000 Franken bemerkbar. Das ergibt nach Adam Riese seit vergangenem Jahr eine Mehrbelastung für die Gemeinde von etwa einer Million Franken. «Da können wir nichts machen, und das ist etwas frustrierend», sagt Würth und fügt an: «Im 2014 wird nochmals ein Schub kommen.»

Aufwandüberschüsse prognostiziert der Gemeinderat gemäss Finanzplanung für die Jahre 2014 bis 2017. Für Würth «nicht alarmierend», denn die Rechnungen schliessen jeweils besser ab.

Besser abgeschlossen hat auch die Investitionsrechnung 2012. Etwa die Hälfte der budgetierten 3,7 Millionen Franken wurden ausgegeben. Für das laufende Jahr werden 6,8 Millionen Franken Investitionen budgetiert. Der grösste Brocken mit 2,5 Millionen Franken betrifft die Sanierung der Blumenstrasse. Dazu sagt Würth: «Wir wissen aber jetzt schon, dass in diesem Jahr nur ein kleiner Betrag investiert werden wird.» Im neuesten Mitteilungsblatt der Gemeinde ist denn auch nachzulesen, dass es das Ziel ist, die erste Bauetappe im Jahr 2014 zu realisieren.