Wieder ein ausgeglichenes Budget

Die Rechnung 2016 der Gemeinde Wittenbach schliesst voraussichtlich mit einem kleinen Minus. Sparmassnahmen sowie Mehrerträge mildern die finanzielle Situation etwas. Die nahe Zukunft sieht aus einem anderen Grund nicht gut aus.

Sebastian Schneider
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WITTENBACH. Sparen ist in Wittenbach ein grosses Thema. Die Politische Gemeinde kämpft gegen ein strukturelles Defizit und gegen die zunehmende Verschuldung. Nachdem bereits im Vorjahr Kosten reduziert wurden, sind im Verlauf des Jahres nochmals über ein Dutzend Massnahmen geprüft und teilweise umgesetzt worden. Nun schlagen sich die Bemühungen im Budget des kommenden Jahres nieder: Gemeindepräsident Fredi Widmer spricht von einer roten Null, der Aufwandüberschuss wird planmässig auf gut 121 000 Franken schrumpfen.

Verwaltung, Kappelhof, Badi

Der Aufwandüberschuss, der im Vorjahresbudget noch rund eine Million Franken betrug, kann voraussichtlich also massiv gesenkt werden. «Wir haben alles herausgeholt, was irgendwie möglich war», sagt Fredi Widmer. Der Gemeinderat sei mit diesem Resultat zufrieden.

Den Rotstift angesetzt hat der Rat auch bei der Verwaltung. Bei mehreren Posten hat er Kürzungen vorgenommen, was zu einer Kostenreduktion von rund 150 000 Franken geführt hat. Gespart wird etwa bei Wohnsitzzulagen fürs Personal oder bei Veranstaltungen wie dem Dorffest. Auch der «Gemeindepuls» wird im Umfang kleiner.

Der grösste Sparposten ist das Alterszentrum Kappelhof, für das eine Kostenreduktion von 260 000 Franken budgetiert wurde. Bei anderen Sparmassnahmen ist man laut Widmer noch nicht am Ziel angelangt. Etwa die Defizitreduktion beim Schwimmbad Sonnenrain um 100 000 Franken ist noch nicht in trockenen Tüchern. Zu verdauen sind zudem die letzten Auswirkungen des kantonalen Sparpakets. Kosten für Jugendliche in auswärtigen Heimen muss nun Wittenbach zu zwei Dritteln selber tragen.

Auch die Bildung wird teurer. Die Schulgemeinden haben einen Finanzbedarf angemeldet, der ca. 567 000 Franken höher ist als jener für 2015. Unter dem Strich wird der Aufwand von abgerundet 44,6 Millionen Franken gegenüber dem Budget 2015 aber um über 400 000 Franken reduziert.

Mehr Geld vom Kanton

Auch die Ertragsseite trägt zum verbesserten Budget bei. Bei gleichbleibendem Steuerfuss von 145 Prozentpunkten ergibt sich 2016 ein mutmasslicher Ertrag von etwas mehr als 44,5 Millionen Franken. Mehreinnahmen ergeben sich unter anderem durch den Anstieg der einfachen Steuer. Sie soll gemäss Prognosen um 0,8 Prozent wachsen, was gegenüber dem Kantonsdurchschnitt mit 2,25 Prozent Wachstum eher gering ist, aber dennoch etwa eine halbe Million zusätzliche Steuerfranken bedeutet. Zu Buche schlagen auch die Beiträge des Kantons, die um 660 000 Franken steigen. Insgesamt wird der Ertrag gegenüber dem aktuellen Jahr um rund 400 000 Franken steigen.

Belastende Investitionen

Auch im Jahr 2016 soll investiert werden. Wenn auch in einem bescheidenen Ausmass. In die Investitionsrechnung sollen rund 1,8 Millionen Franken fliessen. Doch gerade diese Rechnung, respektive die Investitionsplanung, bereitet dem Gemeindepräsidenten Sorgen. In den kommenden fünf Jahren sind mit der Erweiterung des Kappelhofs sowie zahlreichen Schulbauprojekten Investitionen vorgesehen, die eine Summe von über 56 Millionen Franken ergeben. «Das ist schlicht nicht tragbar für Wittenbach», sagt Fredi Widmer. Doch wo will man sparen: Bei Schulhäusern oder beim Alterszentrum? Es brauche eine Verzichtsplanung, wofür noch einige Gespräche nötig seien, sagt Fredi Widmer. Verzicht sei aber nicht die einzige Möglichkeit. «Grosse Projekte können auch in Etappen aufgeteilt werden.» Somit hätte man länger Zeit, Abschreibungen zu tätigen und die Finanzierung über weitere Jahre zu verteilen. Würde man die Investitionsplanung einfach beibehalten, hätte dies laut Widmer empfindliche Auswirkungen auf den Steuerfuss.