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Wie war das noch mal?

Selbstversuch Es ist eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal eine Telefonkabine benutzt habe. Höchste Zeit also, es noch einmal auszuprobieren, bevor die kleinen Häuschen aus dem Stadtbild verschwunden sind. Jenes am Bahnhof ist das meistbenutzte der Stadt. Die Kabine steht – wen wundert’s – frei. Ich stosse die Türe auf. Der stickige Geruch ist noch derselbe wie eh und je.

Doch sonst ist die Telefonkabine nicht mehr so, wie sie einmal war. Daraus verschwunden sind die schweren, aufklappbaren Telefonbücher. Den elektronischen Nachfolger suche ich vergeblich. Die einzigen Nummern, die ich auf einer Tafel vorfinde, sind jene von Sanität, Polizei und Feuerwehr und ein paar Service-Nummern, um Sportresultate oder den Wetterbericht abzufragen. Wen also anrufen, wenn mir die Nummern fehlen, die auf meinem Handy gespeichert wären? Ich entscheide mich für eine der wenigen Nummern, die ich – neben der eigenen – auswendig kenne. Jener meiner Eltern.

Für einen Anruf genügen noch immer 60 Rappen. Das Münz fällt durch den Schlitz. Man könnte auch mit der Kreditkarte oder mit einer Taxcard bezahlen, sofern man eine solche noch bei sich trägt. Kaum meldet sich die Stimme am anderen Ende der Leitung, erscheint auf dem Display die Aufforderung: «Guthaben läuft ab. Bitte weitere Münzen einwerfen.» Gefühlte 30 Sekunden dauert das Gespräch. Mitten im Satz bricht die Verbindung ab. Das Publifon kennt da keine Gnade. Der Summton schallt ins Ohr, während ich mein Portemonnaie nach passendem Kleingeld durchforste.

Übrigens: Ein bisschen ist die Telefonkabine dann doch in der Gegenwart angekommen. Daraus lässt sich eine SMS verschicken – auf würfelartigen Tasten getippt, unter ausschliesslicher Verwendung von Grossbuchstaben und jeglichem Verzicht auf Emojis. Das kommt einem fast vor, als müsste man eine E-Mail über ein Faxgerät versenden. (cw)

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