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Wie soll ich mich entscheiden?

Der St. Galler Lorenz Huber hat einen Kurzfilm über das Wählen-Müssen und das Nichtentscheiden-Können gedreht. «Kairos» wird heute an den Schweizer Jugendfilmtagen in Zürich erneut vor Publikum gezeigt.
Roger Berhalter
Auf einen Dürüm im «Alpen-Dedi»: Seinen Kurzfilm «Kairos» hat Lorenz Huber auch im Kebabladen gedreht. (Bild: Ralph Ribi)

Auf einen Dürüm im «Alpen-Dedi»: Seinen Kurzfilm «Kairos» hat Lorenz Huber auch im Kebabladen gedreht. (Bild: Ralph Ribi)

Pide oder Kebab? Mit scharf oder ohne? Der junge Mann steht an der Theke des «Alpen-Dedi» und kann sich nicht entscheiden. Der Kebabladen am Blumenmarkt ist einer der Schauplätze in der Stadt, an denen Lorenz Huber seinen Kurzfilm «Kairos» gedreht hat. Der 23-Jährige war auch beim Goldschmied Gut am Marktplatz, wo sich sein Hauptdarsteller schwertut, einen Ring auszuwählen. Er war im Gallusmarkt, wo der Protagonist ratlos vor einem Regal voller Pasta-Sorten steht. Und in der Bar The Room, wo es zum Krach mit der Freundin kommt. «Es war gar nicht leicht, einen Goldschmied zu finden, wo wir filmen durften», erinnert sich Huber an die Dreharbeiten im Herbst.

Der fünfminütige Kurzfilm «Kairos» handelt von einem, der sich vor lauter Wahlmöglichkeiten nicht entscheiden kann. Huber hat ihn zusammen mit seinem Jugendfreund Mirza Sakic gedreht, der die Hauptrolle spielt. «Wir hatten schon lange einen gemeinsamen Film geplant.» Der Ostschweizer Kurzfilmwettbewerb im vergangenen Jahr gab dann den Ausschlag, es endlich zu wagen. Sakic ist mittlerweile daran, professioneller Schauspieler zu werden. Huber studiert Journalismus und Organisationskommunikation an der ZHAW in Winterthur. Nebenbei filmt er, so oft er kann.

Oscars und andere Wettbewerbe

Früher haben die beiden Freunde noch gewitzelt: Irgendwann drehe Huber einen Film mit Sakic, und dieser gewinne einen Oscar. Von der Hollywood-Auszeichnung darf Huber weiterhin träumen. Am Ostschweizer Kurzfilmwettbewerb 2015 aber hat er mit «Kairos» den dritten Rang erreicht, und auch bei den Schweizer Jugendfilmtagen zählt er zu den Finalisten: Heute abend wird «Kairos» im Theater der Künste in Zürich erneut vor Publikum gezeigt. Es ist der vorläufige Höhepunkt von Lorenz Hubers Karriere als Filmemacher. Schon als Jugendlicher hantierte der St. Galler gerne mit der Digitalkamera seiner Eltern und montierte am Computer seine ersten Filmchen. Dann machte er bei der St. Galler Videoproduktionsfirma Vitronic eine Lehre als Multimediaelektroniker. So war er bei Dreharbeiten zu Image- und Werbefilmen dabei sowie für Tele-Ostschweiz-Beiträge im Einsatz. Er konnte durch die ganze Schweiz reisen, aber auch nach Frankreich und Monaco.

Harte Landung im Büro

Ein Schlüsselerlebnis war der Flug nach São Paulo zu den Berufsweltmeisterschaften – oder besser gesagt die Rückkehr von dieser Reise. Dort, in Brasilien, hatte Lorenz Huber dem Schweizer Team mit der Kamera über die Schultern geschaut, viel Spannendes erlebt und viel Spass gehabt. Hier, zurück in der Schweiz, landete er nur einen Tag nach seinem Rückflug in einem gewöhnlichen Bürojob. Für Huber eine harte Landung.

Seither versucht er so oft wie möglich, seine zwei Leidenschaften zu verbinden: das Reisen und das Filmen. In seiner Kurzfilmreihe «Moods», die er auf seiner Webseite veröffentlicht, zeichnet er Stimmungsbilder von den Orten, die er besucht hat. In «Moods from Bangkok» filmte er brutzelnde Fleischspiesse. In Rotterdam radelte er mit dem Velo an den Strand. In Den Haag streifte er mit der Kamera durch die Nacht: «Ein spezieller Dreh», erinnert er sich. «Es hatte vorher geregnet. Wir filmten diese riesigen Häuser, aber da waren fast keine Menschen.»

All diese Erlebnisse haben bei Lorenz Huber Spuren hinterlassen, wie er lachend bekennt: «In einem normalen Bürojob zu arbeiten, kann ich mir heute kaum noch vorstellen.»

www.lohuber.com

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