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Wie sie redet, verbindet sie mit Russland

Elina Kim ist in Russland geboren, in Rostow am Don. Die Stadt liegt im Südwesten des Landes unweit von der Mündung des Flusses ins Asowsche Meer. Oder wie Kim sagt: «In der Nähe von Moskau». Diese Angabe ist relativ – demnach wäre Neapel in der Nähe von St. Gallen.
Katharina Brenner
Elina Kim 20, Kaufmännische Angestellte (Bild: pd)

Elina Kim 20, Kaufmännische Angestellte (Bild: pd)

Elina Kim ist in Russland geboren, in Rostow am Don. Die Stadt liegt im Südwesten des Landes unweit von der Mündung des Flusses ins Asowsche Meer. Oder wie Kim sagt: «In der Nähe von Moskau». Diese Angabe ist relativ – demnach wäre Neapel in der Nähe von St. Gallen. Aber im grössten Land der Welt sind tausend Kilometer eben noch keine Entfernung.

Seit Kim acht Jahre alt ist, lebt sie in St. Gallen. Damals zügelte ihre Mutter mit Kim und deren älterer Schwester in die Schweiz. Ihr Halbbruder ist hier geboren. «Meine Mutter hat Russland vor allem aus wirtschaftlichen Gründen verlassen.» Auch in den Generationen zuvor hat die Familie eine bewegte Geschichte: Kims Urgrossmutter war aus Nordkorea nach Russland geflohen. «Koreanisch spricht heute aber keiner mehr bei uns.»

Daheim redet die Familie Russisch. Das sei für sie ganz selbstverständlich, sagt Kim. Gleichzeitig sei die Sprache ihre einzige Verbindung zu Russland. Sie habe zwar noch Verwandte in dem Land, war aber vor fünf Jahren zum letztenmal dort. Kim überlegt kurz. Dann sagt sie: «Es ist nicht nur die Sprache, die mich mit Russland verbindet. Mein Temperament ist auch russisch.» Damit meine sie auf keinen Fall ihr Verhältnis zum Alkohol, sondern ihre impulsive Art und ein gewisses Durchsetzungsvermögen.

Seit zwei Jahren hat Kim den Schweizer Pass. Der Schritt sei mehr gewesen als eine Formsache. Kim hat sich damals dafür entschieden, die russische Staatsbürgerschaft aufzugeben. «Weil ich kaum mehr einen Bezug habe zu dem Land.»

Wenn sie an die EM denke, sei sie am ehesten für die Schweiz. Die Spiele verfolgt Kim aber nicht. Fussball interessiere sie überhaupt nicht, sagt sie. In den vergangenen Monaten hat sie auf ihre Prüfungen gelernt. In einer Woche erhält sie die Ergebnisse. Die kaufmännische Angestellte ist im dritten Lehrjahr in einem Textilunternehmen. «Vielleicht mache ich im Anschluss eine Weiterbildung», sagt sie. Sie möchte gerne im Bereich Design arbeiten.

Bild: Katharina Brenner

Bild: Katharina Brenner

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