Wie es die Bienen machen

Überdimensionierte Waben und eine Anleitung zum Imkern: Der St. Galler Bienenzüchterverein feiert sein 150jähriges Bestehen mit einer vielseitigen Ausstellung im Botanischen Garten.

Sarah Schmalz
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«Dort oben die Königin.» Otto Hugentobler, Präsident des Bienenzüchtervereins, vor der Ausstellung «Bienen-Werte» im Botanischen Garten. (Bild: Sarah Schmalz)

«Dort oben die Königin.» Otto Hugentobler, Präsident des Bienenzüchtervereins, vor der Ausstellung «Bienen-Werte» im Botanischen Garten. (Bild: Sarah Schmalz)

Pflanzen und Bienen sind aufeinander angewiesen. Erstere nutzen die Insekten zur Verteilung ihrer Pollen. Die Bienen ernähren mit dem zuckerhaltigen Nektar sich und ihre Nachkommen. Ein harmonisches Zusammenspiel der Natur, würde man meinen. Doch auch Bienchen und Blümchen fechten Kämpfe aus: Einige Bienenarten haben gelernt, den Nektar zu stehlen, ohne dabei die Blüten zu bestäuben. Die Pflanzen wehren sich gegen diesen Raub mit chemischen Massnahmen.

Bienen in Menschengrösse

Es sind Geschichten wie diese, die Otto Hugentobler faszinieren. Vor 14 Jahren hat ihn die Welt der Bienen gepackt. Ein Nachbar führte ihn damals ins Imkern ein. «Fängt man einmal damit an, besteht die Gefahr, dass man nie mehr davon loskommt. Rund um die Bienen gibt es unendlich viele interessante Aspekte.»

Heute ist Hugentobler Präsident des Bienenzüchtervereins St. Gallen und Umgebung, der in diesem Jahr sein 150jähriges Bestehen feiert. Zum Jubiläum hat der Verein die Ausstellung «Bienen-Werte – ein Glück für Pflanzen, Mensch und Tier» auf die Beine gestellt, die ab Freitag im Botanischen Garten zu sehen ist. «Gratis und täglich zugänglich», betont Hugentobler.

Vor dem Eingang ist ein Kubus mit Eingängen auf beiden Seiten aufgebaut; Bienen in Menschengrösse zieren ihn, in der Mitte die Königin, erkennbar an ihrer roten Markierung. Das Innere ist ein Modell einer auf Menschenmassstab vergrösserten Wabengasse. Erlebbar soll die Welt der Bienen sein, das zeigt sich auch im Ausstellungsraum. Mikroaufnahmen der Insekten zeigen Überraschendes: Zwei Krallen haben Bienen am letzten Fussglied, von blossem Auge kaum wahrnehmbar.

Bienenhaus und Blumenwiese

Es gibt kaum einen Aspekt, den die Ausstellung nicht beleuchtet: Vom Handwerk und der Ausstattung für den Imker-Einstieg bis zu Bienenkrankheiten oder dem Einsatz von Bienengift in der Medizin; der Besucher wird an verschiedenen Stationen in die Welt der Bienen eingeführt.

Ein bevölkertes Bienenhaus in einer Wildblumenwiese sowie ein Lehrpfad über die wichtigsten Bienenpflanzen runden die Ausstellung im Botanischen Garten ab. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen. Das kalte Wetter mache dem jungen Bienenvolk sehr zu schaffen, meint Hugentobler. Vernissage der Bienenausstellung ist übermorgen Freitag, 19 Uhr. Zu sehen ist sie bis am 6. Oktober des kommenden Herbstes.