Wie der Sport an die HSG kam

«HSG: Sie lieben den Sport», 1.3.2013

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«HSG: Sie lieben den Sport»,

1.3.2013

1943, im Zweiten Weltkrieg: Der Bund verpflichtet alle Hochschulen zum Sportangebot für die Studenten zu deren «körperlicher Ertüchtigung» (lies: Soldatentauglichkeit). Die St. Galler mit 365 Studierenden wehren sich, ist doch «Sport» Inbegriff für Primitivität und hat an der hehren (Wirtschafts-)Hochschule nichts zu suchen. Doch auch sie muss sich fügen. So sucht sie als Sportlehrer aus 34 Bewerbern den am wenigsten Primitiven heraus (er hat einen dreifachen Universitätsabschluss und ist Offizier). Der Erwählte stellt sich vor. Er wird kurz gemustert und eingestellt mit den Worten: «Also fangen Sie an.» Anfangen? Keine Turnhalle, kein Material, kein Geld. Man behilft sich mit freien Randstunden bei den Schulen und mit von Turnhallen unabhängigen Sportarten wie Schwimmen, Geländelauf oder Boxen. Und alles muss koordiniert werden mit den Lektionen an zwei Mittelschulen, die zur Lehrverpflichtung gehören. Eine solche Belastung wird als zumutbar empfunden, denn so ein bisschen Turnen ist ja keine richtige Arbeit.

Dennoch: «Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…!» Wie oft hat mein Mann trotz allem mit ein wenig Wehmut an diese Pionierzeit zurückgedacht.

Martha Albonico-Pestalozzi

Biserhofstrasse 30, 9011 St. Gallen

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