Widerstand, und wie!

Es gibt kaum Widerstand Ausgabe vom 17. Juli 2015

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Der tendenziöse Artikel-Titel im Stadtteil des St. Galler Tagblatts vom 17. Juli komprimiert, was Elmar Jud, Verwaltungsratspräsident der Cityparking AG St. Gallen, in einem Interview gesagt hat: Er spricht von einer geringen Zahl an Einsprachen gegen das Projekt Parkgarage am Schibenertor.

Es gibt aber Widerstand gegen dieses Projekt. Was Jud meint, sind ein paar Einsprachen von gesetzlich legitimierten Personen. Er ignoriert aber den viel grösseren Widerstand gegen das in mehrfacher Hinsicht unsinnige Unterfangen, an diesem zentralen Ort der Stadt eine viergeschossige Tiefgarage zu bauen. Dieser Widerstand im übergeordneten Sinn ist sowohl den Stadtbehörden wie auch der Cityparking AG und den Mitbeteiligten – der Acrevis Bank, der Helvetia und der Brauerei Schützengarten – wohl bekannt. Die heftige Kritik geht aus von der ersten Marktplatzvorlage 2011, die auch deshalb gescheitert ist, weil sie unter anderem den Bau einer Tiefgarage am Schibenertor vorsah. Elisabeth Beéry, damals Stadträtin und Baudirektorin, sagte an einer Medienorientierung vom 7. Juli 2011 wörtlich: «Die VOX-Analyse zeigt . . ., dass die Erstellung des neuen Parkhauses Schibenertor (. . .) nicht mehrheitsfähig ist. (. . .) Wir wollen dieser offensichtlichen Mehrheitsmeinung in der Bürgerschaft entsprechen und auf den Bau des Parkhauses verzichten.» Was der Stadtrat im Hinblick auf die zweite Marktplatz-Abstimmung dann gemacht hat, hintergeht in einer Weise, die kaum zu glauben ist, diese demokratisch geäusserte Mehrheitsmeinung. Er «entlastet die zweite Vorlage, nimmt die Parkgarage heraus und überlässt deren Planung den oben genannten privaten Investoren. Das Projekt wartet jetzt (hoffentlich vergeblich) auf die Baubewilligung.

Martin Wettstein, Obere Bern- eggstrasse 70B, 9012 St. Gallen