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Widerstand gegen Brücke wächst

Rund zwei Kilometer neue Strassen und eine mehr als 400 Meter lange Brücke über das Taminatobel sollen die Verbindung nach Valens verbessern. Doch jetzt wird die Opposition gegen dieses Projekt immer lauter.
René Hornung
Die neue Brücke über das Taminatal – von Pfäfers nach Valens – soll 56 Millionen Franken kosten. (Bild: Baudepartement des Kantons St. Gallen)

Die neue Brücke über das Taminatal – von Pfäfers nach Valens – soll 56 Millionen Franken kosten. (Bild: Baudepartement des Kantons St. Gallen)

Für 56 Millionen Franken soll die Verkehrssituation im Taminatal oberhalb von Bad Ragaz verbessert werden. Es geht um eine sicherere Verbindung für Valens und die dortige Rehabilitationsklinik. Der Ort – er gehört zur politischen Gemeinde Pfäfers – ist heute nur mit einer schmalen und steilen Strasse von Bad Ragaz her erschlossen – eine Strasse, die durch einen unstabilen Hang führt, der in die Gefahrenkarte aufgenommen werden soll.

Diese Strasse auf heutige Ansprüche auszubauen, sei ein Fass ohne Boden, argumentieren die lokalen Behörden und der Regierungsrat des Kantons St. Gallens.

«Braucht es die Brücke?»

Seit langem wird deshalb über eine Brücke übers Taminatal als direkte Verbindung von Pfäfers nach Valens diskutiert. Nun schlägt die Regierung dem Kantonsrat ein Projekt vor: Die Zufahrt ins Tal soll auf der bestehenden Strasse bis vor Pfäfers erfolgen.

Pfäfers selbst soll eine Umfahrungsstrasse bekommen, die direkt zur neuen Brücke über das Tal und unterhalb von Valens in die bestehende Strasse führt. Dieser Tage befasst sich nun die vorberatende Kommission des Kantonsrates mit dem Strassen- und Brückenprojekt.

Gegen das Projekt gibt es im Taminatal zunehmenden Widerstand.

Forstingenieur Hans-Ulrich Frey aus Vättis weist beispielsweise darauf hin, dass die Brücke auf der Valenser Seite schützenswerte Waldgesellschaften tangiere. Und in einem Leserbrief stellte der junge Valenser Urs Kühne die Frage, ob es diese Brücke wirklich brauche. Es gebe auch andere und billigere Möglichkeiten, die Verbindung Bad Ragaz–Valens zu sanieren oder sie in einer anderen Linienführung neu zu bauen, wie Frey ergänzt.

Urs Kühne befürchtet auch Auswirkungen auf das Dorfleben: Bald müssten die Kinder aus Valens wohl via die Brücke in Pfäfers zur Schule.

Ein weiterer Einwohner aus Valens weitet den Blick aus: «Schön, dass uns der Kanton diese Brücke schenken will, aber hätten die Rapperswiler mit ihren Verkehrsproblemen das Geld nicht viel nötiger?» Ob das durchfahrene Gebiet wirklich so unstabil sei, wie man heute behaupte, sei unter Experten umstritten.

Im Dorf kursiert der Vorwurf, Gemeindepräsident Ferdinand Riederer wolle sich hier ein Denkmal setzen. Die Brücke sei unverhältnismässig teuer und könne auch die Abwanderung nicht stoppen. Im Gegenteil: «Je besser die Strasse hinunter ins Tal ist, desto schneller sind die Jungen weg», sagt der Einwohner.

Es gebe keinesfalls eine geschlossene Zustimmung zum Projekt, stellt der Theologe Stephan Burkhardt aus Vättis fest. Wie hoch die Akzeptanz sei, wisse man nicht, denn die Bevölkerung sei nie gefragt worden.

Die Gemeinde habe über Weihnachten/Neujahr 2009/10 die Botschaft an den Regierungsrat verabschiedet und so ein Referendum in der Gemeine verhindert.

Die Brücke liegt zwar nicht im eigentlichen Schutzgebiet, dennoch wird sie von Teilen der lokalen Bevölkerung auch als Landschaftsverschandelung angesehen. Support bekommen die Landschaftsschützer von der Stiftung Landschaft Schweiz.

Geschäftsführer Raimund Rodewald erklärt, die Stiftung werde eine Baubewilligung – so es so weit kommt – «genau unter die Lupe nehmen».

Grand Resort fürchtet Lärm

Opposition gegen das Projekt gibt es vor allem auch in Bad Ragaz. Dort würde die Stilllegung der heutigen Strasse nach Valens dazu führen, dass die Verbindung nach Pfäfers mit mehr Verkehr belastet würde – und diese Strasse führt an den Kurhotels vorbei.

Bereits mehrmals haben sich die Verantwortlichen des Grand Resorts Bad Ragaz an öffentlichen Veranstaltungen gegen den Mehrverkehr gewandt. Die Stimmberechtigten lehnten eine neue Strasse an der Urne zweimal ab. Nun schlägt der Kanton einen Tunnel zum Schutz des Kurgebietes vor – doch auch gegen den lauten Tunnelbau gibt es seitens der Kurbetriebe Opposition.

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