WETTERRÜCKBLICK: Eisig mit viel Nebel

Der vergangene Januar war der kälteste seit 30 Jahren. Am Bodensee herrschte jedoch nicht nur grimmige Kälte, auch der Nebel war ein häufiger Gast.

Andreas Walker
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Am Bodensee in Arbon verursachte die Januarkälte ein grossflächiges Entstehen von sogenanntem «Pfannkucheneis». (Bild: Andreas Walker, 28. Januar 2017)

Am Bodensee in Arbon verursachte die Januarkälte ein grossflächiges Entstehen von sogenanntem «Pfannkucheneis». (Bild: Andreas Walker, 28. Januar 2017)

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch

Pünktlich zum Monatsanfang kühlte es ab. Am Abend des 2. Januar begann der Schneefall, der eine langanhaltende Schneedecke bis in tiefe Lagen brachte und einen kalten Wintermonat einläutete. Kräftige Schneefälle in der ersten Monatshälfte und die anschliessende konservierende Kälte ergaben regional erstaunliche durchschnittliche Schneehöhen für den Januar. Trotzdem führten häufige Hochdrucklagen dazu, dass letztlich überall unterdurchschnittliche Januarniederschläge verzeichnet wurden.

Die Januarkälte zeichnete sich vor allem durch die Konstanz aus. Besonders kalt war es nach Angaben von Meteo Schweiz in tiefen Lagen auf der Alpennordseite mit einem Monatsmittel von 3 Grad unter der Norm 1981–2010. Häufiger Nebel sorgte am Bodensee für mangelnde Sonnenstunden und grosse Kälte. In den Bergen war es wärmer. Vom 17. bis 24. Januar sorgte eine zügige Bise dafür, dass sich die ohnehin kalten Januartemperaturen noch unangenehmer anfühlten. Der kalte Nordostwind sorgte mit den Wellen und der Gischt des Seewassers dafür, dass am Bodenseeufer schöne Eisskulpturen entstanden. In den vergangenen Tagen stellte sich die Wetterlage markant um. Warme und feuchte Luftmassen aus Südwesten verdrängten die kalte Polarluft und brachten nicht nur eine starke Erwärmung, sondern auch Regen und Glatteis. Der Dauerregen am letzten Januartag brachte den grössten Teil des Monatsniederschlages. So klang der Monat warm und regnerisch aus und die geschlossene Schneedecke in tiefen Lagen war am letzten Januartag buchstäblich Schnee von gestern.

Grosse Januarkälte ist relativ

Obwohl der vergangene Januar der kälteste seit 30 Jahren war, war der Februar 2012 am Bodensee noch kälter. Der Monat lag 3,8 Grad unter dem langjährigen Mittel. Er war also knapp 1 Grad kälter als der Januar 2017. Geht man noch weiter zurück, bis ins Jahr 1963, zeigt die Statistik, dass der Seegfrörni-Januar mit einem Monatsmittel von –6,3 Grad noch wesentlich kälter war als der vergangene Januar, nämlich deutlich über drei Grad. Extrem kalte Januarmonate sind bei uns in der letzten Zeit allerdings immer seltener geworden. Nach Angaben von Meteo Schweiz hat sich der Januar in der Nordschweiz unter 1000 Metern um 2 Grad erwärmt. Lag der 30-jährige Januardurchschnitt Ende des 19. Jahrhunderts bei –2 Grad, bewegt er sich heute um 0 Grad. Trotz anhaltender kalter Januartemperaturen reichte es für eine Bodenseegfrörni bei Weitem nicht. Dafür waren die Monate November und Dezember zu warm.

An flachen Uferregionen entstanden allerdings bereits grössere Eisflächen. In Arbon beispielsweise sorgte die Kälte für ein grossflächiges Entstehen von Pfannkucheneis. Dieses Phänomen entsteht durch die Kombination von kalten Temperaturen, Wellen und Wind. Während sich bei Windstille eine glatte Eisfläche ausbildet, sorgt der Wind durch das stetige Aneinanderprallen der Eislinsen für die typische runde Pfannkuchen-Form dieses Eises. Auch grössere Uferregionen am Gnadensee waren beim deutschen Allensbach zugefroren, wo sich zahlreiche Passanten und Schlittschuhläufer auf dem Eis tummelten.

Kalt, trocken und sonnenarm

Am Bodensee betrug die durchschnittliche Januartemperatur –2,5 Grad und war damit 2,9 Grad zu kalt. Der vergangene Januar war landesweit zu trocken. Auch am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 37 Liter pro Quadratmeter, was nur gerade 70 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Die Sonne war im Januar in vielen Gebieten Mangelware. Besonders in tiefen Lagen sorgte hingegen hartnäckiger Nebel oder Hochnebel für eine graue und sonnenarme Witterung. Am Bodensee schien die Sonne im Januar 31 Stunden und erreichte damit lediglich 65 Prozent des langjährigen Mittels.