WETTERRÜCKBLICK: Ein extrem milder März

Der vergangene März war der zweitwärmste seit Messbeginn. Er war drei Grad zu warm und brachte am Bodensee viel Sonne und wenig Regen.

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Der März war am Bodensee warm, sonnig und trocken: Sonnenaufgang von Rorschacherberg aus gesehen. (Bild: Andreas Walker (27. März 2017))

Der März war am Bodensee warm, sonnig und trocken: Sonnenaufgang von Rorschacherberg aus gesehen. (Bild: Andreas Walker (27. März 2017))

Der Monat März begann unfreundlich mit kühlem und veränderlichem Wetter. Am 3. und 4. März löste ein umfangreiches Tiefdruckgebiet über England eine stürmische Föhnlage über den Alpen aus. Am 4. März fegte der Föhn verbreitet mit Böenspitzen zwischen 90 und 110 km/h durch die Täler nördlich des Alpenhauptkamms. Spitzenreiter war Altenrhein am Bodensee mit 122 km/h. Die höchsten Böenspitzen erreichten in Gipfellagen zwischen 160 km/h und 180 km/h. Im Laufe des 4. März stiess der Föhn weit ins Mittelland vor. Er brachte vor allem in der Ostschweiz sehr milde Verhältnisse. Die Tageshöchstwerte stiegen auf 17 bis 20 Grad. Im Westen blieben sie hingegen meistens unter 15 Grad.

Vom 10. bis 17. März brachte anhaltendes Hochdruckwetter der ganzen Schweiz sonnige und sehr milde Verhältnisse. In den Tieflagen der Alpen stiegen die Tageshöchstwerte verbreitet auf 19 bis 21 Grad. Ab dem 27. März erhielt die ganze Schweiz dank Hochdruckeinfluss erneut viel Sonnenschein. Die Temperatur stieg in den Tieflagen beidseits der Alpen auf Höchstwerte von 19 bis 20 Grad. Dank den hohen Temperaturen entwickelte sich die Frühlingsvegetation im März ausserordentlich schnell. Der März klang schliesslich sonnig und mild aus mit Temperaturen, die für die Jahreszeit eindeutig zu hoch waren.

Der März ist um ein Grad wärmer geworden

Nach Angaben von Meteo­Schweiz zeichnete sich im landesweiten Mittel eine Monatstemperatur von 3,9 Grad ab. Damit war es die zweitwärmste März-Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1864. Der Rekord-März 1994 lieferte eine Schweizer Durchschnittstemperatur von 4,3 Grad. Ähnlich mild wie aktuell zeigten sich die Märzmonate im Jahr 1948 mit 3,6 Grad, im Jahr 1957 mit 3,8 Grad und 2012 mit 3,7 Grad. Der März ist in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz um ein Grad wärmer geworden. Die landesweite Norm 1961–1990 lag bei –0,3 Grad. Die aktuelle Norm 1981–2010 erreicht +0,7 Grad.

Warm, sonnig und trocken am See

Über die ganze Schweiz betrachtet stieg die Märztemperatur 3 Grad über den Durchschnitt. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Märztemperatur 8,2 Grad und lag damit 3,2 Grad über dem langjährigen Mittel. Der Niederschlag im vergangenen Monat fiel vor allem vom 1. bis am 9. März sowie vom 18. bis am 26. März. Dabei waren die Niederschlagsmengen regional sehr unterschiedlich. Am zentralen und östlichen Alpennordhang bewegten sich die höchsten Monatssummen zwischen 200 und 235 mm, was rund 130 bis 175 Prozent der Norm 1981–2010 entspricht. Am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 45 Liter pro Quadratmeter, was lediglich 70 Prozent des Durchschnitts entspricht. Die Sonnenscheindauer war regional sehr unterschiedlich, lag jedoch nördlich der Alpen klar über dem Durchschnitt. Am Bodensee schien die Sonne im März 206 Stunden und erreichte damit satte 146 Prozent des langjährigen Mittels.

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch