WETTERRÜCKBLICK: April bringt Frost und Schnee

Nach der ersten sonnigen und milden Aprilhälfte folgten Schnee und extreme Nachtfröste, was der Landwirtschaft zusetzte. In der Bodenseeregion gab es doppelt so viel Regen wie in einem Durchschnittsjahr.

Andreas Walker
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Die Schneegrenze am 29. April in Rorschacherberg: Der Schnee war bis zum Monatsende präsent.

Die Schneegrenze am 29. April in Rorschacherberg: Der Schnee war bis zum Monatsende präsent.

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch

Der April begann in der Region am See – seinem Namen gerecht – wechselhaft mit Schauer- und Gewittertätigkeit. Am 2. April zog ein schmaler Hagelzug über die Region und auch in anderen Gebieten der Ostschweiz gab es kräftige Gewitterregen mit Graupel und kleinem Hagel. Vom 6. bis am 14. April war die Witterung in der Region vorwiegend hochdruckbestimmt, sonnig und mild. Am wärmsten wurde es verbreitet am 9. und 10. April. Die Tageshöchsttemperatur stieg beidseits der Alpen auf milde 22 bis 24 Grad. Vom 15. bis am 17. April brachte feuchte Meeresluft aus Nordwesten der Alpennordseite wieder etwas Niederschlag. Am 18. und 19. April wurde die Region aus Osten von hochreichender Kaltluft überquert. Sie bescherte der Alpennordseite klassisches wechselhaftes Aprilwetter mit Schneeschauern bis in tiefe Lagen.

Dabei fiel vor allem im Bodenseegebiet viel Niederschlag. Die Kaltluft, die über den bereits relativ warmen See floss, verursachte eine grosse Instabilität in der Atmosphäre, was am Morgen des 18. April zur Entstehung von einigen Wasserhosen in der Region Rorschach führte. Ab dem 20. April dehnte sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet von Irland bis nach Osteuropa aus. Danach floss mit einer Bisenströmung kühle und trockene Luft zur Schweiz. In den darauf folgenden klaren Nächten sanken die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt.

Extreme Fröste machten Bauern zu schaffen

Nach Angaben von Meteo­schweiz sank auf fünf Zentimeter über Boden das Temperaturminimum vor allem vom 20. bis am 22. April massiv in den Frostbereich. Die extremsten Werte erreichten im Flachland der Alpennordseite –7 bis knapp –11 Grad. Am Bodensee bewegten sich die Frosttemperaturen um –3 Grad. Ein wesentliches Problem beim Aprilfrost war sein spätes Auftreten. Die Situation wurde zusätzlich verschärft durch den warmen März, der Temperaturen von teilweise über 20 Grad brachte und der Vegetation einen Vorsprung von etwa drei Wochen gegenüber dem Durchschnitt verschaffte.

Das letzte vergleichbare Frost­ereignis in der zweiten Aprilhälfte ereignete sich im Jahr 1997. Weiter zurück sind im zentralen Mittelland ähnliche Ereignisse auch 1991 und 1981 aufgetreten. Seit den 1980er-Jahren ist also eine Wiederkehrperiode von 6 bis 10 Jahren zu beobachten. In den 1970er-Jahren gab es ähnliche Ereignisse rund alle zwei Jahre. In den 1960er-Jahren waren sie dagegen selten.

Wintereinbruch zum Monatsende

Ab dem 24. April stellte sich die Wetterlage von Hochdruck auf Tiefdruck um. Aus Südwesten floss milde und feuchte Luft zur Schweiz und über den Alpen stellte sich für kurze Zeit eine Föhnlage ein. Am 26. April brachte Kaltluft aus Norden auf der Alpennordseite winterliche Verhältnisse. Dabei fiel noch einmal Schnee bis in die Niederungen. Der Monat klang schliesslich sonnig aus und hinterliess skurrile Kunstwerke der Natur. An vielen Orten der Region waren Löwenzahnblumen zu beobachten, die aus einer geschlossenen Schneedecke sprossen.

Insgesamt brachte der April einen leichten Temperaturüberschuss von 0,4 Grad im Vergleich zur Norm (1981–2010). Am Bodensee betrug die durchschnittliche Apriltemperatur 8,3 Grad und war damit 0,4 Grad zu kalt. Die Niederschlagsmengen blieben vielerorts unterdurchschnittlich. Am Bodensee hingegen betrug die Niederschlagsmenge 149 Liter pro Quadratmeter, was mehr als die doppelte Menge (213 Prozent) des Durchschnitts entspricht. Die Sonnenscheindauer lag in den meisten Gebieten über der Norm. Am Bodensee schien die Sonne im April 204 Stunden und erreichte damit 111 Prozent des langjährigen Mittels.