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WETTERPHÄNOMEN: Kräftige Stürme sind typisch für den Winter

In der Region treten diesen Winter immer wieder Stürme mit starken Westwinden auf. Ein Blick zurück in die Geschichte der Winterstürme zeigt, dass diese noch wesentlich stärker ausfallen können.

Kaum hat sich der Sturm Burglind verzogen, braust schon Evi übers Land. Auf dem Säntis wurden am Dienstag Spitzen-Böen von 140 km/h gemessen, danach verlagerte sich der Rekord auf den Titlis mit Böen von 180 km/h. Die derzeit auftretenden Stürme sind eine typisch jahreszeitliche Erscheinung und geben Einblick in die Maschinerie des Wettergeschehens. Die Winterstürme werden durch kräftige Tiefdruckwirbel angetrieben, die infolge grosser Temperaturunterschiede entstehen. Mit dem astronomischen Herbst beginnt am Nordpol die Polarnacht – für die nächsten sechs Monate scheint dort keine Sonne mehr. Deshalb werden mit dem herannahenden Winter die polaren nördlichen Breiten immer mehr abgekühlt, während am Äquator die Temperaturen mehr oder weniger gleich bleiben. Damit wird der Temperaturunterschied zwischen Pol und Äquator im Winter viel grösser als im Sommer.

Die Erdatmosphäre arbeitet wie eine Wärme-Kraft-Maschine, indem sie die Bewegungsenergie aus den Temperaturunterschieden produziert. Je grösser der Temperaturunterschied zwischen verschiedenen Luftmassen ist, desto mehr Bewegungsenergie wird frei und umso stärker fallen die Winde aus. Deshalb wird im Winterhalbjahr die Grosswetterlage oft beherrscht von ausgeprägten Sturmtiefs, die sich über dem Atlantik zusammengebraut haben und Winde von über 200 Kilometer pro Stunde produzieren können.

Mit dem Winterbeginn werden jedoch auch weite Gebiete Osteuropas mit einer Schneedecke überzogen. Die Luft über diesen verschneiten Landmassen kühlt sich ab, wird dadurch dichter und schwerer – es entsteht ein kräftiges Hochdruckgebiet, welches sich von Nordrussland langsam in Richtung Mitteleuropa ausdehnt. Zwischen dem kräftigen atlantischen Tiefdruckwirbel und dem gut ausgeprägten osteuropäischen Hochdruckgebiet entsteht ein grosses Luftdruckgefälle, das starke Winde erzeugt.

Kältehoch wirkt als Sturmblockade

Stösst dieses winterliche Kältehoch in Richtung Europa vor, fliesst ausgekühlte Luft von Nordosten zu uns, die zum Teil eine Wanderschaft von Sibirien bis in die Bodenseeregion hinter sich hat. Solche Wetterlagen bringen bei uns stabile winterliche Verhältnisse. Gleichzeitig hält uns das Kältehoch die Winterstürme vom Leib, weil es sich wie ein Schutzwall zwischen Europa und den Atlantik schiebt und damit die von Westen kommenden Luftmassen und die Sturmtiefs blockiert. Wenn sich dieses Hoch zurückzieht, befinden wir uns plötzlich in einer Übergangszone zwischen Hoch und Tief, in dieser der Druckunterschied und damit die Windgeschwindigkeiten am grössten sind. Die typischen Winterstürme sind gekoppelt mit Wärmeeinbrüchen. Oft treten gleich mehrere Stürme nacheinander auf. 1990 richteten die Stürme Daria, Vivian und Wiebke europaweit riesige Schäden an. Im Dezember 1999 schien sich die Geschichte zu wiederholen: Am 3. Dezember bildete Anatol den Auftakt zu einer Serie von Winterstürmen, die am 26. und 27. Dezember mit Lothar und Martin einen neuen Schadensrekord verursachten. Lothar erreichte grossräumig Windspitzen von über 200 km/h und richtete die grössten je in der Schweiz festgestellten Waldschäden an. Die Schadenssumme in der Schweiz alleine an Holz betrug 750 Mio. Franken. Der Orkan verwüstete ganze Wälder und forderte über 100 Todesopfer.

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch

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