WETTER: Ein Wintermärchen aus Eis

Die vergangenen Tage waren bitterkalt. Der eisige Wind formte am Bodenseeufer fantastische Gebilde aus Eis. Ein Blick auf die kommende Woche zeigt: Der Winter bleibt noch ein Weilchen in der Region zu Gast.

Andreas Walker
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Die Treppe der Badi Hörnlibuck (oben) sowie einige Pflanzen tragen ein Kleid aus Eis. (Bilder: Andreas Walker)

Die Treppe der Badi Hörnlibuck (oben) sowie einige Pflanzen tragen ein Kleid aus Eis. (Bilder: Andreas Walker)

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch

Waren die Weihnachtstage in der Region noch grün, kam Anfang Januar endlich der Winter, der auch verbreitet Schnee bis ins Flachland brachte. Der Januar war also bisher – wie es sich gehört – geprägt von winterlichem Wetter mit viel Schnee. In den vergangenen Tagen legte die Kälte allerdings nochmals kräftig zu. Eine eisige Bise fegte über das Land und sorgte dafür, dass sich die ohnehin schon kühlen Temperaturen noch kälter anfühlten. Je schneller der Wind weht, desto rascher wird die Wärme dem Körper entzogen. So fühlten sich die Temperaturen am Bodensee zum Teil deutlich unter minus zehn Grad an.

Bise formt natürliche Kunstwerke

Die starke Bisenlage wurde verursacht durch ein kräftiges Hoch über den Beneluxstaaten. Gleichzeitig verstärkte sich über dem westlichen Mittelmeerraum ein Tief. Diese Konstellation führte zu aussergewöhnlich starken Nordostwinden, die am Genfersee sogar Sturmstärke erreichten. Die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, kombiniert mit der starken Bise, sorgten dafür, dass die Gischt vom See an Land sofort zu Eis gefror.

Der Wasserstaub, vom See her ans Land geweht, der sich nach und nach über die Landschaft legte, bildete nach einiger Zeit in gewissen Bereichen am Bodenseeufer einen Eispanzer und verwandelte die Landschaft in arktische Gefilde. So zum Beispiel an der Treppe der Badeanstalt Hörnlibuck.

Die Bise bleibt noch bestehen, schwächt sich jedoch langsam ab. In den nächsten Tagen wird es in der Höhe etwas wärmer, in den Niederungen bleibt es jedoch weiterhin kalt. Die Temperaturen steigen bis mindestens Mitte der nächsten Woche kaum über den Gefrierpunkt. Für kleine Seen und Weiher dürfte diese Kältewelle bereits ausreichen, um eine geschlossene Eisdecke zu bilden.