Wessen Wohl vertritt Gemeindepräsident Beat Hirs?

«Wir wollen kein Anhängsel sein», Ausgabe vom 4. Oktober

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Die Anwohner des Wiggenrainquartiers wehren sich nicht gegen das Überbauungsprojekt für das Schlossareal Wiggen, sondern gegen die Zufahrtsstrasse, die durch die Wiggenrainstrasse erfolgen soll. Die Öffentlichkeit darf wissen, wie die Gemeinde, besonders ihr Gemeindepräsident, mit den Bürgern umgeht. Die Wiggenrainstrasse gibt es seit 40 Jahren. Diese ruhige Wohnzone wird täglich von Schulkindern des Klosterguets und Wiggenhofs sowie Spaziergängern und Velofahrern benützt. Momentan ist sie aber schon arg demoliert worden von den vielen Lastwagen, die mit Aushubmaterial vom Umbau der Scheune des Schlossbesitzers herrühren. Nicht auszudenken ist die Tatsache, dass für die grosse Überbauung noch zig- 100 Fahrten mit solchen 32-Tönnern erfolgen sollen. Natürlich besser zu Lasten (Lärm, Abgase) der Anwohner anstatt des Bauherrn. Wir fragen uns ernsthaft, warum denn der Schlosspark auf Biegen und Brechen überbaut werden soll, hat doch unsere Gemeinde bereits heute einen grossen Leerwohnungsbe-stand!

Richtig erwähnt ist die Tatsache, dass unsere Einsprache die Erschliessung des Baulandes vom See her über das Grundstück des Bauherrn verlangt. Die Hürden für diese Erschlies­sung, welche Herr Hirs beschreibt, sind wohl absichtlich hausgemacht, denn plötzlich steht einiges unter Denkmalschutz, was früher nicht war. Dass die Zufahrtsstrasse vom See her kein Bauland sein soll, begreifen wir nicht. Wenn schon der obere Teil der Wiese in Bauzone umgewandelt wird, warum nicht gleich auch die Wiese für die Zufahrt? Es ist uns allen klar, dass die billigste und bequemste Variante für den Bauherrn die Zufahrt über die Wiggenrainstrasse wäre, was Herr Hirs offensichtlich tatkräftig unterstützt. Fälschlicherweise betont der Gemeindepräsident in seinem Interview, dass bereits bei der Entstehung des Quartiers eine Baulinie ausgeschieden und reserviert wurde. Er weiss aber sehr genau, dass wir und auch die Gemeinde ein Dokument des Kantons von 1979 besitzen, das auf die damals eingereichte Einsprache der Anwohner besagte Strasse als Fahrweg klassiert und eingetragen worden ist. Diese Tatsache wird seitens der Gemeinde völlig ignoriert. Die ewig gleiche Aussage, dass man Häuser nicht einfliegen lassen könne und dass man niemandem bei Enteignung den Sitzplatz wegnehme, ist billig. Dass eine solche (sie muss rechtlich im öffentlichen Interesse sein, was hier niemand mit Fug und Recht behaupten kann) letzten Endes grosszügig honoriert werde, ist für die Betroffenen keine Option.

Seine Aussage aber, dass das Verhalten der über 100 Anwohner etwas schizophren sei, gibt uns zu denken und zeigt, dass er uns alle nicht ernst nimmt. Solche arrogant wirkenden Aussagen mussten sich die über 30 anwesenden Einsprecher bereits beim Augenschein vor Ort anhören. Im Weiteren erwähnt er, dass es wichtig sei, punktuelle Freiräume zu schaffen, und nennt als schönes Beispiel den Warteggpark, vergisst aber, dass dieser nur dank vieler Einsprachen der Bevölkerung nicht überbaut wurde und heute der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Anwohner der Wiggenrain- und Klosterguetstrasse in Rorschacherberg: Ruth Hüttenmoser, Federer Hanna, Häberli Gisela, Höchner Olgi, Jung Elisabeth, Lüchinger Heidi, Oesch Ursula, Raggenbass Heidi und Sommer Hedi