Werben für die Region

An der Immo-Messe präsentieren sich nicht nur Bauunternehmen und Architekten, sondern auch Gemeinden und Regionen. Wie werben sie für ihren Standort? Ein Rundgang.

Yvonne Bugmann
Drucken
Teilen
Attraktiver Platz, attraktive Gestaltung: Der Stand der städtischen Standortförderung an der Immo-Messe. (Bild: Michel Canonica)

Attraktiver Platz, attraktive Gestaltung: Der Stand der städtischen Standortförderung an der Immo-Messe. (Bild: Michel Canonica)

Die städtische Standortförderung hat den wohl attraktivsten Stand an der Immo-Messe ergattert: Gleich beim Eingang in die Halle 9.1, nicht zu übersehen. Doch nicht nur der Platz ist attraktiv, attraktiv ist auch die Gestaltung. An vorderster Front steht eine grosse Säule mit einem Bildschirm, über den ein Video über St. Gallen flimmert. Daneben stehen Säulen, welche einzelne Projekte vorstellen, etwa den Schönbüelpark oder die Zweibruggenmühle. Auf der Seite zwei Touchscreens, auf denen sich die Besucher über weitere aktuelle Bauobjekte informieren können.

Wald macht nicht mit

Betreut wird der Stand unter anderem von der Leiterin Standortförderung, Isabel Schorer, persönlich. «Uns ist der direkte Kontakt zu den Besuchern wichtig. So können wir auf ihre Bedürfnisse und Wünsche eingehen.» Natürlich soll auch Wohnraum vermittelt werden. «Wir haben hier die Möglichkeit, den Bürgern auf einen Blick die verschiedenen Wohnmöglichkeiten zu präsentieren», sagt Isabel Schorer.

Doch nicht nur die städtische Standortförderung will neue Einwohner anlocken, auch andere Gemeinden und Regionen rühren kräftig die Werbetrommel. Die grösste Fläche belegt Ausserrhoden unter dem Motto «Wohnen in Appenzell Ausserrhoden». 19 der 20 Ausserrhoder Gemeinden haben einen eigenen «Schalter». Nur Wald ist nicht vertreten. «Der Gemeinderat hat entschieden, nicht mitzumachen, weil sie kein freies Bauland haben», begründet Martin Geiser, Projektleiter Wirtschaftsförderung.

Biberli und Pantli

Um möglichen Zuzügern den Kanton möglichst schmackhaft zu machen, sind verschiedene regionale Spezialitäten aufgetischt, etwa Biberli, Pantli oder Käse. «Unser Ziel ist nicht nur, Wohneigentum zu vermitteln, sondern wir wollen auch den Austausch der Gemeinden untereinander fördern», sagt Geiser.

Im hinteren Teil der Halle ist das Toggenburg anzutreffen. «Das Toggenburg soll als Wohn-, Ferien- und Arbeitsregion positiv wahrgenommen werden», wünscht sich Daniel Blatter, Geschäftsführer von Toggenburg.ch. Das Toggenburg ist die einzige Region im Kanton mit einem negativen Wachstum, deshalb will sie an der Immo-Messe Präsenz markieren und auf ihre Vorzüge hinweisen. «Wir bieten vor allem die Nähe zur Natur», betont Blatter. Wohl deshalb ist der Stand farbenfroh mit Blumen geschmückt.

An einem weiteren Stand stehen Shorley-Flaschen und Äpfel in Körben auf den Tischchen: Der Oberthurgau ist ebenfalls an der Messe präsent. Auch hier ist das Ziel klar: «Die Messebesucher sollen einen guten Eindruck vom Oberthurgau erhalten», weibelt Martin Klöti, Stadtammann von Arbon, für seine Region. Damit der Stand schon von weitem erkennbar ist, haben die Verantwortlichen ein riesiges Panoramabild montiert, dahinter hängen die Flaggen aller Gemeinden im Oberthurgau.

Persönliche Betreuung

Gerade einmal zwei Gemeinden präsentieren sich an der Immo-Messe einzeln: Waldkirch und Wittenbach. Im Vergleich zu den Regionen sowie der Stadt St. Gallen müssen sie sich mit einer kleinen Fläche begnügen. «Es ist attraktiv, in Wittenbach Eigentum zu kaufen, deshalb wollen wir Präsenz markieren», wirbt Gemeinderätin Marlies Lorenz. Als kleine Gemeinde sei es wichtig, sich gegen aussen zu zeigen, findet auch Caroline Büchel-Wäger, Gemeinderätin von Waldkirch. Neben einer neuen Imagebroschüre haben die Waldkircher sogar extra ein Spiel kreiert.

Fazit des Rundgangs: Die Regionen und Gemeinden suchen vor allem das persönliche Gespräch, um Neuzuzüger anzuwerben. Um das zu erreichen, stellen sich die Gemeindepräsidenten oftmals höchstpersönlich an den Stand. Schliesslich ist die Immo-Messe eine der bedeutendsten Immobilienmessen der Schweiz.

Aktuelle Nachrichten