Wer sucht, der findet fast immer

Insgesamt elf Parkhäuser sind in der Innenstadt zu finden. Ein zwölftes könnte bald hinzukommen. Während einige Parkgaragen oft voll sind, sind dies andere nur zu Spitzenzeiten. Beim Neumarkt spricht man gar von einem Exodus.

David Gadze
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Die Parkhäuser in der Innenstadt sind meist gut ausgelastet, doch oft auch zu Spitzenzeiten nicht voll. (Bild: Ralph Ribi)

Die Parkhäuser in der Innenstadt sind meist gut ausgelastet, doch oft auch zu Spitzenzeiten nicht voll. (Bild: Ralph Ribi)

Vor bald zehn Monaten wurde der Bahnhofplatz für den Autoverkehr gesperrt und das Parkhaus Bahnhof auf der Nordseite des Hauptbahnhofs mit insgesamt 270 Parkplätzen eröffnet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei man mit der jetzigen Entwicklung mehr als zufrieden, sagt Elmar M. Jud, Verwaltungsratspräsident der Cityparking AG.

Zweistellige Wachstumsraten

Jeden Monat würden zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Das hänge einerseits mit der Eröffnung der Fachhochschule zusammen, andererseits aber auch mit der besseren Signalisation und neuen Hinweisen beim Parkleitsystem. «Die Leute mussten sich erst an die neue Erschliessung gewöhnen», sagt Jud. Von Januar bis Ende Mai habe eine Verdoppelung stattgefunden. Auch bei der Bahnhofvorfahrt gebe es eine «positive Entwicklung». Taxis würden jedoch kaum in die Tiefgarage fahren. Genaue Zahlen zur Auslastung könne er nicht nennen.

Regelmässig voll sei auch das Parkhaus Brühltor mit seinen insgesamt 502 öffentlichen Parkplätzen. Jud bezeichnet sie gar als «am besten ausgelastete Parkgarage in der Stadt». Und das Parkhaus Stadtpark (insgesamt 178 öffentliche Parkplätze, davon 98 werktags von 9 bis 17 Uhr) sei inzwischen ebenfalls «sehr gut besucht». Beide hätten im vergangenen Jahr eine Frequenzsteigerung von zwei Prozent erreicht.

«Man braucht Glück»

Auch beim Parkhaus Einstein werden keine genauen Zahlen bekanntgegeben. Man sei aber «sehr zufrieden mit der Auslastung» der 104 öffentlichen Parkplätze, sagt Urs Schneider von der Einstein St. Gallen AG. Zu Spitzenzeiten – also in der zweiten Hälfte des Vormittags und am späteren Nachmittag – sei das Parkhaus in der Regel voll, aber auch ausserhalb «sehr gut gefüllt». Ähnlich klingt es beim benachbarten Parkhaus Raiffeisen: «Man muss Glück haben, um am Vormittag oder am späteren Nachmittag einen freien Platz zu finden», sagt Raiffeisen-Mediensprecher Franz Würth.

Vom Parkhaus Unterer Graben gibt es ebenfalls keine genauen Zahlen. Die Auslastung der 92 Parkplätze werde nicht erfasst, sagt Inhaber Richard Tschannen. «Wir leben von den Einnahmen, nicht von der Menge der einfahrenden Autos.» Das Parkhaus sei jedoch mehrmals täglich bis auf den letzten Platz voll, vor allem morgens und abends. Nach der Erweiterung der benachbarten Parkgarage Brühltor vor rund sieben Jahren seien die Zahlen zwar zurückgegangen, sie hätten sich inzwischen aber wieder auf dem alten Niveau eingependelt.

Einbruch beim Neumarkt

Anders sieht es beim Neumarkt aus: Seit im vergangenen Oktober die Bauarbeiten rund um das Einkaufszentrum begonnen haben und das Parkhaus infolgedessen von über 500 Parkplätzen auf 162 reduziert wurde, ist dieses kaum mehr voll. «Unter der Woche erreichen wir zwar eine Auslastung von 90 Prozent, an Samstagen ist sie jedoch auf etwa 60 Prozent abgefallen», sagt Giordano Surico, vor wenigen Tagen pensionierter Parkhausleiter. Schon bei der Renovation der Häuser 1 und 2 habe man einen «Exodus» erlebt. Bei den jetzigen Umbauarbeiten an den Häusern 3, 4 und 5 sei vielen Mietern gekündigt worden, worauf diese ihre Parkplätze aufgegeben hätten.

Burggraben hat oft freie Plätze

Auch im Parkhaus Burggraben sind selten alle 295 Plätze belegt. An Samstagen und zu besonderen Anlässen wie Olma, Offa, St. Galler-Fest oder am Abendverkauf sei es «gut ausgelastet», sagt Franco Tonozzi von der Zürich Versicherungs-Gesellschaft. «Unter der Woche finden Kunden aber fast sicher noch freie Plätze.» Fast gleich tönt es beim in der Nähe gelegenen Parkhaus Spisertor, das mit 52 Parkplätzen wesentlich kleiner ist. Bis auf Donnerstagabend, Samstag oder grössere Anlässe sei dieses oft «zur Hälfte leer», sagt Thomas Gubser, Haustechniker der Kursana. Dank der kurzen Abrechnungszeit von 15 Minuten habe man jedoch einen relativ hohen Wechsel an Autos.

Zu den Parkhäusern Rathaus, Manor und Oberer Graben waren gestern keine Angaben erhältlich.