«Wer stillsteht, verliert den Anschluss»

Der aktuelle Rorschacher Stadtschreiber Bruno Seelos stellt sich der Wahl zum Gemeindepräsidenten von Berneck. Seine enge Verbundenheit zum Dorf seiner Kindheit ist für ihn einer der Beweggründe, um den Schritt in die kommunale Politik zu wagen.

Rudolf Hirtl
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Rorschachs Stadtschreiber Bruno Seelos kandidiert in Berneck. (Bild: Gerd Bruderer)

Rorschachs Stadtschreiber Bruno Seelos kandidiert in Berneck. (Bild: Gerd Bruderer)

Herr Seelos, seit bald zwölf Jahren sind Sie Stadtschreiber in Rorschach. Nun wollen Sie Gemeindepräsident von Berneck werden. Was sind Ihre Beweggründe, wie ist es zu Ihrer Kandidatur gekommen?

Bruno Seelos: Ich bin mit Berneck sehr verbunden. Hier bin ich aufgewachsen, habe die Schule besucht und war auch viele Jahre Aktivmitglied des Musikvereins, einige Jahre auch im Vorstand. Mein persönliches und privates Umfeld befinden sich in und um Berneck. Gerne möchte ich mich nun mit der Bevölkerung, dem Rat und den Mitarbeitenden für mein Heimatdorf mit voller Kraft engagieren.

Werden Sie parteilos kandidieren oder sich einer Partei anschliessen?

Seelos: Für mich ist klar, dass ich mich als Gemeindepräsident einer Partei anschliessen würde. Als liberaler Mensch sind für mich Freiheit, beispielsweise so wenig Regeln wie möglich, von zentraler Bedeutung. Aber auch der Gemeinsinn, also die Freiwilligenarbeit für ein gutes Zusammenleben im Dorf, sowie Fortschritt und Entwicklung erachte ich als wertvoll. Anliegen, die ich bereits bei meiner Arbeit als Stadtschreiber stark einfliessen liess. Also werde ich der FDP beitreten.

Wenn Sie gewählt werden, wie sehen Sie Ihre Aufgabe als Gemeindepräsident von Berneck?

Seelos: In Rorschach habe ich erlebt, dass den Anschluss verliert, wer stillsteht. Wir haben zehn Jahre hart gearbeitet, um verpasste Entwicklungen nachzuholen. Für Berneck heisst dies, dass wir laufend Entwicklungspotenzial erkennen und umsetzen. Manchmal haben auch kleine, aber konsequente Schritte grosse Wirkung für die Zukunft. Wichtig ist dabei, die Direktbetroffenen und die Bevölkerung frühzeitig in die Überlegungen einzubeziehen. Dafür möchte ich mir Zeit nehmen und genau hinhören.

Das grösste Rheintaler Weinbaudorf hat zuletzt wegen seines Ex-Präsidenten Andreas Zellweger Schlagzeilen gemacht; inwiefern erschwert dies die Arbeit seines Nachfolgers?

Seelos: Ich schaue nach vorne, diese Schlagzeilen haben für meine Arbeit keine Bedeutung.

Sie gelten als aussichtsreichster der drei Kandidaten für das Amt. Wie lange sind Sie bei einer eventuellen Wahl noch in Rorschach als Stadtschreiber tätig?

Seelos: Stadtpräsident Thomas Müller hat mir zum Entscheid gratuliert und ich weiss, dass er Karrierenschritte seiner Mitarbeiter immer sehr unterstützt. Wir werden bestimmt eine gute Lösung finden.

Apropos gratulieren; wie waren die Reaktionen, als Ihre Kandidatur bekannt wurde?

Seelos: Einfach nur überwältigend und durchwegs positiv. Ich habe zahlreiche Gratulationen über die bekannten sozialen Netzwerke erhalten. Auch von Bekannten, die im Ausland leben, durfte ich telefonisch Zuspruch entgegennehmen.