Wer den Rappen nicht ehrt…

Am 29. Dezember wollte mein neunjähriger Sohn am Hauptbahnhof 100 Gramm Marroni kaufen. Er wusste, dass sie dreieinhalb Franken kosten und hatte den Betrag in kleinen Münzen zusammengezählt.

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Am 29. Dezember wollte mein neunjähriger Sohn am Hauptbahnhof 100 Gramm Marroni kaufen. Er wusste, dass sie dreieinhalb Franken kosten und hatte den Betrag in kleinen Münzen zusammengezählt. Nachdem er mit seiner Mutter angestanden war und die Bestellung aufgegeben hatte, erwiderte der Verkäufer unwirsch, dass er nicht bereit sei, so viel Kleingeld anzunehmen. Irritiert und verärgert sind Mutter und Sohn Richtung Multergasse weitergezogen und haben sich dort die Marroni schmecken lassen.

Es gibt mir zu denken, wenn in einer Zeit, in der die Verschuldung gerade auch Jugendlicher zunimmt, bereits Kindern suggeriert wird, dass nur grosse Münzen oder Papiergeld etwas wert sind. Es freute mich gleichzeitig, dass mein Sohn das Sprichwort «Wer den Rappen nicht ehrt, ist des Frankens nicht wert» bereits kennt. Was vom Marroniverkäufer am Hauptbahnhof nicht gesagt werden kann.

Toni Tralci

Vogelherdstr. 15, 9016 St. Gallen