«Wer bei der Bildung spart, ist ein Narr»

Die Flade wehrt sich. In einer Petition fordern über 13 000 Personen den Kantonsrat auf, die Streichung des kantonalen Subventionsbeitrages abzulehnen. Zur feierlichen Übergabe versammelten sich Schüler und Lehrer auf dem Klosterplatz.

Sarah Schmalz
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Die Flade kämpft mit Luftballons und Liedern gegen das Sparen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Flade kämpft mit Luftballons und Liedern gegen das Sparen. (Bild: Ralph Ribi)

700 grüne «Flade-Ballone» steigen über dem Klosterplatz in den Himmel, schweben hoch zu der Turmspitze der Kathedrale. Es ist ein feierlicher Moment und ein starkes Symbol für den Widerstand, den die Schule gegen die vom Regierungsrat vorgeschlagene Streichung des kantonalen Beitrages von 2,1 Millionen leistet.

«Eine riesige Sympathiewelle»

Gut 13 300 Unterschriften hat der Schulverein in den vergangenen 16 Tagen für die Petition «Rettet unsere Flade» gesammelt. Vor der Übergabe an den Kanton zeigten sich gestern ein Vertreter der Flade überwältigt. «Das ist eine riesige Sympathiewelle», sagte der Schulvereinskassier Christian Roher vor den rund 700 Schülern und Lehrern, die sich auf dem Klosterplatz versammelt hatten. Die Petition habe eine Symbolik, die der Kantonsrat nicht einfach ignorieren könne, betonte Schulratspräsidentin Margrit Stadler-Egli. Die Sekundarschule bezeichnete sie als «einziges lebendiges Erbe des Klosters». Sie sei bei der Bevölkerung tief verankert.

Schulleiter Johann Schuster fügte an: «Dass die Schule willkürlichen Sparmassnahmen zum Opfer fällt, darf doch nicht sein.»

«Geschenke» für den Kanton

Das «Geschenk» an den Kantonsrat überbrachten schliesslich die Flade-Schüler. Hübsch verpackt und mit Schleifchen versehen übergaben sie die Petitionsbögen der Staatskanzlei. «Wer bi de Bildung spart, isch gwüss en Narr», hatten sie beim Marsch zum Regierungsgebäude gesungen. Und: «Ohni Uswahl isch es blöd!» Die überreichte Petition fordert den Kantonsrat auf, von den Sparmassnahmen abzusehen und die Flade nicht zu gefährden.

Ob dieser darauf eingeht, zeigt sich an der Sitzung von Montag und Dienstag. Für Margrit Stadler ist klar: «Wird den Sparmassnahmen zugestimmt, kämpfen wir weiter.» Aus der Stadt stammten 5400 Unterschriften. 5300 kämen aus dem restlichen Kanton, 3000 aus der übrigen Schweiz. Das zeige, dass man für ein kantonales Referendum die nötige Schlagkraft habe. Als zweite Option fasst die Flade eine städtische Initiative ins Auge – «falls die Stadt den Beitrag nicht übernimmt.»

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