Wenn sich Sand verwandelt

Vom 8. bis 15. August findet das internationale Sandskulpturen-Festival statt. Nun stehen die zehn Künstlerteams fest, die zum Thema «Metamorphosen» Sand in Kunst verwandeln.

Corina Tobler
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RORSCHACH. Urs Koller hatte einmal mehr die Qual der Wahl. Aus über 60 Bewerbungen musste sich der künstlerische Leiter des Festivals für zehn Zweierteams entscheiden, die im August auf der Arionwiese antreten dürfen. Das Thema lautet «Metamorphosen». Aus gutem Grund: «Schon im Vorjahr widmeten wir uns mit <Grenzen überschreiten> der Tatsache, dass die Welt im Umbruch ist. Das Thema der Verwandlung zielt ebenfalls darauf», erläutert Urs Koller.

Idee muss als Skulptur wirken

Wer es ans Festival nach Rorschach schaffen wollte, musste mehr bieten als nur die bekannte Verwandlung der Raupe in einen Schmetterling. Kollers Erwartungen wurden nicht enttäuscht. «Ich bekam kaum Schmetterlinge zu sehen. Metamorphose im übertragenen Sinn anzuwenden, ist eine reizvolle Aufgabe. Den Ausschlag für die ausgewählten zehn Duos gab, dass sie nicht nur gute Ideen präsentierten, sondern dass diese auch umsetzbar sind und als Skulptur Wirkung entfalten.»

Premiere für Griechenland

Das Teilnehmerfeld setzt sich aus je drei niederländischen und lettischen, zwei russischen, einem griechischen und einem englisch-holländischen Team zusammen. Gesetzt waren die lettischen Vorjahressieger Inese Valtere-Ülande und Donatas Mockus. Mit ihnen reisen ihre Landsleute Uldis Zarins und Ile Karlis mit ihren Partnerinnen an. Beide waren 2011 mit anderen Partnern erfolgreich; Karlis siegte, Zarins wurde Dritter. Konkurrenz bekommen die Letten aus Russland mit dem letztjährigen Dritten Ivan Zverev und den immer starken Holländern. Dabei ist auch das erfolgreichste Duo am Rorschacher Festival, Edith van de Weterring und Wilfred Stijger – die beiden treten nach zwei Jahren Unterbruch wieder gemeinsam an. Eine Premiere wird das Festival unter anderem für das Team aus Griechenland. «Stavroula Kontovraki und George Rachoutis sind die ersten Griechen, die je bei uns gestartet sind», freut sich Koller über die Neuzugänge.

Apropos neu: Viele Veränderungen sind am erfolgreichen Festival nicht nötig. Aber: «Nachdem ich im Vorjahr darauf angesprochen wurde, gibt es nun ein neues Angebot für Menschen mit Beeinträchtigung vom HPV. Sie kommen mit einer Kunsttherapeutin hierher und können unter meiner Anleitung selbst Sandskulpturen gestalten», sagt Urs Koller. Am bewährten Format mit einwöchiger Bauphase und dem Speedcarving-Wettbewerb in der zweiten Wochenhälfte ändert sich nichts.

Standortwechsel ist kein Thema

«Der Stadtrat sähe es gerne, wenn das Festival auf dem Hafenplatz stattfände», sagt Koller. Er ist aber aus mehreren Gründen dagegen. «Im innerstädtischen Bereich ist die Gefahr von Vandalismus höher. Wir waren ja sogar auf der Arionwiese schon betroffen. Zudem ist die tolle, ruhige Lage ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Festivals», ist er überzeugt. In Ruhe entstünden schönere Skulpturen. Ein Problem wäre laut Koller auf dem Hafenplatz auch die Unterlage. «Auf der Wiese ist der Wasserabfluss aus den Skulpturen kein Problem. Auf Beton wäre eine dicke Schicht aus Sand nötig. Das würde mehr Lastwagenfahrten bedingen – und dass der Sand verfügbar wäre, ist nicht sicher. Es wurde so schon einige Male knapp», sagt Koller.