Wenn selbst Bananen zu teuer sind

RHEINECK. Verschiedene Treffs verteilen Lebensmittel an Menschen, die unter dem Existenzminimum leben. Nach diesem Vorbild werden nun auch in Rheineck Produkte des täglichen Bedarfs gegen einen symbolischen Betrag weitergegeben.

Maya Seiler
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Guezli und Schoggi sind noch im Vorrat, die Initiantinnen sind aber dankbar für jeden Nachschub. (Bild: Maya Seiler)

Guezli und Schoggi sind noch im Vorrat, die Initiantinnen sind aber dankbar für jeden Nachschub. (Bild: Maya Seiler)

In den Laden gehen und alles kaufen, was man benötigt, das ist leider nicht für alle in der Schweiz lebenden Menschen möglich. Vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen, müssen sie oft jeden Rappen zweimal umdrehen, damit es nur zum Lebensnotwendigsten reicht. «Luxus», wie eine Tafel Schokolade oder ein Päckli Guezli, liegt für sie nicht drin. Auf der andern Seite werden viele Lebensmittel entsorgt, weil Datum oder Verkaufsfrist abgelaufen sind. Diesem Umstand abhelfen will schon seit einiger Zeit die Institution «Schweizer Tafel».

Unter dem Motto «Verteilen statt wegwerfen» werden überschüssige Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen in der Schweiz weitergegeben.

36 Kilogramm Nahrungsmittel werden pro Einwohner im Jahr weggeworfen. Drei engagierte Frauen, Magdalena Anderegg aus Lutzenberg sowie Karin Wernli und Jenny Bühler aus Thal, haben dieses Problem auch in ihrer Region erkannt.

Mit Rat und Tat unterstützt von Susanne Lendenmann – Leiterin der Schweizer Tafel Region Ostschweiz – führen sie seit der vergangenen Woche in den Räumen des Hauses zum Eckstein den E-Treff. Hier werden gegen den Betrag von einem Franken Lebensmittel abgegeben. Personen, die eine Genehmigung des Sozialamtes oder einer regionalen Caritas-Stelle haben, finden hier jeden Freitag zwischen 14.30 und 16.30 Uhr Gelegenheit, einzukaufen. Der E-Treff wird durch eine Kaffee-Ecke und eine Spielecke ergänzt.

Bereits am ersten Freitagnachmittag besuchten neun Leute den Treff. Es gab viel Obst und Frischgemüse. Karin Wernli war besonders beeindruckt, als eine Frau mit Tränen in den Augen sagte, sie habe sich schon lange keine Bananen mehr leisten können.

Die E-Treff-Initiantinnen sind über jede Lebensmittelspende, originalverpackt und innerhalb des Ablaufdatums, sowie weitere Artikel des täglichen Gebrauchs sehr froh. Sie freuen sich aber auch über Personen, welche im E-Treff mithelfen wollen.

Gesucht wird noch eine Espressomaschine, ein Wasserkocher und anderes mehr. Kontaktperson ist Jenny Bühler, Telefon 079 731 32 62.

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