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Wenn die Alten scharf schiessen

Heute macht sich St. Georgen bereit für das Eidgenössische Veteranen-Sportschiessen. Auf diesen Anlass freut sich besonders Hermann Hotz, ein Mitglied des OKs. Er will beweisen, dass er auch mit 75 Jahren noch treffsicher ist.
Sebastian Schneider
Hermann Hotz, OK-Mitglied fürs Eidgenössische Veteranen-Sportschiessen, auf der Weiherweid. (Bild: Michel Canonica)

Hermann Hotz, OK-Mitglied fürs Eidgenössische Veteranen-Sportschiessen, auf der Weiherweid. (Bild: Michel Canonica)

Auf der Wiese neben dem Beckenhalde-Skilift sind Wege mit Holzschnitzeln ausgelegt. Sie führen zu einer provisorischen Schiessanlage, die bald wettkampfbereit ist. Hier findet ab morgen das Eidgenössische Veteranen-Sportschiessen statt. Zudem wird an den kommenden drei Wochenenden bei der Schiessanlage Weiherweid in St. Georgen das Ostschweizerische Sportschützenfest durchgeführt.

Auf dem Schiessgelände ist Veteran und Mitorganisator Hermann Hotz anzutreffen. Seit Montag arbeitet er täglich etwa zehn Stunden daran, zusammen mit seinen Kameraden von den Feldschützen St. Gallen und einem Zug von Zivilschützern das Gelände wettbewerbstauglich zu machen. «Als Pensionär hat man ja Zeit», sagt der 75-Jährige. Hotz ist verantwortlich für das Schiesskomitee. Er ist vor allem von der neuen Technik fasziniert: «Heute werden die Punkte elektronisch erfasst», sagt Hotz. Er sei froh, dass dank der schnelleren Auswertung der Schiesskarten Einsätze von Helfern eingespart werden können.

Fest verlangt grossen Einsatz

Der gelernte Maschinenbauer spricht viel – und auch viel über Geld und Ressourcen. Ein eidgenössisches Schützenfest zu organisieren sei sehr aufwendig. «Wir bauen eigens für den Wettbewerb eine 50-Meter-Schiessanlage mit 30 Scheiben auf», sagt Hotz. Zudem sei das Organisieren von Schiesswettkämpfen wegen neuer Vorschriften heute sehr anspruchsvoll. «Die Sicherheitsansprüche werden immer grösser», sagt er. Zu den Vorschriften gehöre zum Beispiel ein drei Millimeter dickes Stahlblech hinter den Scheiben oder das Absichern der Waldwege hinter dem Schiessgelände. Ohne freiwillige Helfer und auch ohne die Zivilschützer wäre es laut Hotz nicht möglich, diesen Anlass durchzuführen.

Zu den grossen finanziellen Aufwänden sagt der Grossvater von vier Enkelkindern: «Wir sind auf viele Sponsorengeldern angewiesen.» Die Feldschützen seien aber sehr gut vernetzt und hätten viele Gönner, Inserenten und Sponsoren für den Wettbewerb auftreiben können. Die gute Vernetzung sei ein Erbe einer langen Tradition. Der Verein der Feldschützen St. Gallen existiere in der heutigen Form schon seit 150 Jahren, die Schiesstradition in St. Gallen gehe aber bis ins Mittelalter zurück.

Auch in Familie eine Tradition

Aufgewachsen in Eschenbach, kommt Hotz aus einem Umfeld, in dem Sportschiessen eine grosse Bedeutung hat. «Als ich noch Kind war, gab es in Eschenbach viele leistungsfähige Schützen», sagt er. Auch in seiner Familie hat das Schiessen Tradition. «Mein Vater und seine drei Brüder waren gute Schützen.» So kommt es, dass der Wahlsanktgaller bereits mit 14 Jahren mit dem Sportschiessen begonnen hatte. Ein Weltklasseschütze war Hotz nie. Doch immerhin wurde er früher in höhere Kader, wie zum Beispiel in die Ostschweizer Auswahl, berufen. Heute stuft er sich wegen zunehmender Sehschwäche nicht mehr so treffsicher ein. Die Gelegenheit, am Wettkampf teilzunehmen, lässt er sich aber nicht nehmen.

Für den Nachwuchs in Hotz' Familie hat der Schiesssport keine grosse Bedeutung mehr. Das findet er aber nicht so schlimm. Er hält es auch für «blödsinnig», jemanden zu diesem Sport, der viel Konzentration erfordert, zu zwingen. Dennoch ist er stolz darauf, dass eine seiner beiden Töchter vor zwölf Jahren für die Nationalmannschaft schiessen durfte.

Sportlicher geworden

Hotz ist nicht einer, der alten Zeiten nachtrauert. Vielmehr freut er sich über die jüngsten Entwicklungen: «Das Schiessen ist sportlicher geworden», sagt er. So wird etwa dank neuer, strengerer Regeln in St. Gallen unter gleichen Voraussetzungen geschossen wie an den Olympischen Spielen.

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