Wenn der Stimmzettel nicht stimmt

Marius Geiger musste beim Öffnen der Abstimmungspost wohl zweimal hinsehen. Als einziger Kandidat steht der 24-Jährige auf dem Stimmzettel für den freien Sitz im Unteregger Gemeinderat. So weit, so gut.

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Marius Geiger musste beim Öffnen der Abstimmungspost wohl zweimal hinsehen. Als einziger Kandidat steht der 24-Jährige auf dem Stimmzettel für den freien Sitz im Unteregger Gemeinderat. So weit, so gut. Allerdings wohnt Geiger nicht, wie auf dem Stimmzettel gedruckt, an der Lehnackerstrasse 9a, sondern an der Lehnackerstrasse 13. Ein Tippfehler, der jedem einmal unterlaufen kann, könnte man jetzt sagen. Wäre da nicht die Tatsache, dass an der auf dem Stimmzettel gedruckten Adresse nicht irgendjemand wohnt, sondern Hansjörg Huber. Ausgerechnet Hansjörg Huber, der im März für das Unteregger Gemeindepräsidium kandidierte.

Da bekommen Verschwörungstheoretiker Aufwind. Wollte man Huber etwa klammheimlich, und vielleicht auch ein wenig zum Trost für die verlorene Gemeindepräsidentenwahl, nun in den Gemeinderat schleusen? Mit dem Vollblut-Unteregger Geiger als Aushängeschild, der sich nichtsahnend für «sein» Dorf zur Wahl stellte? Nicht so mit den Untereggerinnen und Untereggern! Im 1000-Seelen-Dorf bleibt selbst ein solch scheinbar nebensächliches Detail nicht unbemerkt. Auf der Gemeindeverwaltung werden die Verschwörungstheoretiker jedoch ausgebremst. Es handle sich schlicht um einen Flüchtigkeitsfehler, heisst es auf Anfrage. Das sei nicht zum ersten Mal passiert. Immerhin: Geiger und Huber hätten das Missgeschick mit Humor genommen.

Die Stimmzettel sind übrigens trotzdem gültig. Denn der Kandidat müsse anhand der Daten auf dem Stimmzettel eindeutig identifizierbar sein. Ein Glück also, gibt es keinen zweiten Marius Geiger in Untereggen. Sonst hätte die Gemeinde sämtliche Stimmzettel korrigieren und erneut versenden müssen. Das kostet. So bleibt es jedoch lediglich bei einem Verschreiber. Und, wer weiss, vielleicht war es ja doch ein Freud'scher. (lim)