Wenn dem Turm das Licht ausgeht

Uhren sind heutzutage allgegenwärtig. Nicht nur die Armbanduhr, auch die Mikrowelle, der DVD-Player, das Handy oder sogar das Auto wollen einem ständig mitteilen, wie spät es ist. Und auch im öffentlichen Raum wimmelt es von Zeitmessern: am Bahnhof, auf Bildschirmen im Bus, in Schaufenstern.

Merken
Drucken
Teilen
Nicht lesbar: Eine Seite des Postturms liegt im Dunkeln. (Bild: Reto Martin)

Nicht lesbar: Eine Seite des Postturms liegt im Dunkeln. (Bild: Reto Martin)

Uhren sind heutzutage allgegenwärtig. Nicht nur die Armbanduhr, auch die Mikrowelle, der DVD-Player, das Handy oder sogar das Auto wollen einem ständig mitteilen, wie spät es ist. Und auch im öffentlichen Raum wimmelt es von Zeitmessern: am Bahnhof, auf Bildschirmen im Bus, in Schaufenstern. Tag und Nacht wissen wir jederzeit, wie spät es ist. Gewohnheitsmässig schauen wir ständig auf die Uhr – und sind verwirrt, wenn sich diese einmal nicht am gewohnten Platz befindet.

*

So etwas wie ein chronometrischer Leuchtturm im Bahnhofquartier ist die Hauptpost. Auf allen vier Seiten des Postturms hängt ein Zifferblatt. Sobald es eindunkelt, werden die Uhren sogar beleuchtet. Damit auch Nachtschwärmer jederzeit wissen, was es geschlagen hat.

Offensichtlich wird der Service – er ist im Moment noch gratis – auch von Nachbarn geschätzt. Darauf deutet der Hilferuf einer Anwohnerin hin: In der Nacht sieht sie die Post-Uhr nicht mehr. Seit einigen Tagen ist auf einer Seite des Turms die Beleuchtung ausgefallen.

Genau auf der Seite, auf der die Anwohnerin residiert. «Wo bleibt das Licht der Post-Uhr für die Anwohner hinter dem Bahnhof?», fragt die Leserin in einem Mail die Tagblatt-Stadtredaktion.

Die Post-Uhr ist eine öffentliche Uhr. Doch wer ist für sie zuständig? Eine erste Antwort liefert die städtische Kommunikationsstelle. Da die Post in dem Gebäude untergebracht sei, sei sie wohl auch für die Uhr zuständig, heisst es dort lapidar.

*

Bei der Post verneint man dezidiert. Seit einem Jahr sei das Gebäude Eigentum des Kantons. Und für einmal ist am Service der Post absolut nichts auszusetzen: Ein Mitarbeiter nennt das zuständige Amt und liefert gleich auch noch die richtige Telefonnummer.

Beim kantonalen Hochbauamt bedankt man sich für den Hinweis auf die kaputte Beleuchtung. Sie werde sofort, noch diese Woche, repariert. Dass der Turm dunkel war, hatte beim Kanton noch niemand bemerkt. Verständlich! Die grosse Bibliothek im Postgebäude ist ja politisch auf Eis gelegt.

Und damit dürfte die Hauptpost intern etwas aus dem Fokus verschwunden sein… (ybu)